vierzehntes Capitel. 74,
Hikdanus erzehlet das Erempel eines Menschen derdas reden nicht leiden konnte. Der Herr von Hak-ler führet eine Frau an, welcher die blosse Betastungeines seidenen Zeuges und sogar des so sanft behar-ren Pfcrsichs unausstehlich war. Ich kenne einesechszehnjährige ganz gesunde Jungfer von ungemei.nem Verstände, die das Rauschen des Tafts wederan andern, noch an sich selbst vertragen kann, undjedesmal kleine Zuckungen haben soll, wenn man ineinem taflncn Kleide ihr nahe kommt. Der junge,re Herr Minus verfiel durch den sanftesten und kei-nem andern Menschen fühlbaren Ton in eine un-ausstehliche Bangigkeit. Unserm berühmten Ma-thematicker, und sehr tiefsinnigen Metaphysiker HerrnLambert, ist der Athem von allen Menschen unlei-denlich, daher weicht er immer indem man mit ihmspricht. Ein Mann von vielem Verstände hat mei-nem Verehrungswerthen Freunde dem Doctor Hirzelerzählet, er falle jedesmal in eine Todesangst, wenner sich seine Nagel abschneiden lasse. Einige über-fällt diese Angst, wenn man ihnen mit einem Schwäm-me das Angesicht wascht. Ich habe eine» scharf-sinnigen Freund dem alle gekochten Französischen undSpanischen Weine eine plötzliche unausstehliche Ue-belkeit und Neigung zum Brechen verursachen, undder hingegen den Burgunder und Champagner Weinohne Nachtheil trinkt. Ich kenne einen Arzt derSchnecken mit der grösten Leichtigkeit baut, unddem der Blumkohl den Magen fast abdruckt. Esgiebt Leute die das Rindfleisch sehr wohl verdauen,