Buch 
Von der Erfahrung in der Arzneykunst / Joh. Georg Zimmermann
Entstehung
Seite
763
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75» viertes Buch,

eine Spinne gestalten, und versuchen ob sich dieAntipathie auch gegen die blosse Form einer Spin-ne äussere. Er gieng aus dem Zimmer, und brach,te sofort in der verschlossenen Hand ein Stück schwar-zes Wachs zurück. Der gute Herr Matthew, einsonst sanfter und licbenswcrther Mann, bildete sichein.sein Freund habe eine Spinne in der Hand,grif urplötzlich in der äussersten Raserey aus seinenDegen, fuhr zugleich wie ein Wettcrstral an dieWand, stützte sich an dieselbe als wann er sie dnrch-boren wolle, und machte ein entsetzliches Geschrey.Alle Muskeln seines Gesichts waren aufgeschwollen,seine Augen rollten um ihre Achse herum, und seinganzer Leib war steif wie Marmor. Wir giengenalle in der äussersten Bestürzung zugleich auf ihn zu,nahmen ihm den Degen, und mgten ihm einmülhigmit sanften Worten, sein Freund Mürrav habe nurWachs in den Händen gehabt, und er sehe ja die-ses Wachs auf dem Tische liegen. Sein furchtba-rer Zustand dauerte noch einige Zeit, ich besorgteeine gänzliche Starrsuchl, endlich kam er doch nachund nach zu sich selbst, und bejammerte den erschreck-lichen Affect unter dem er noch lcide. Ich fand sei-nen Puls ausserordentlich geschwind und stark, seinganzer Körper war in einem kalten Schweife. Ererlangte , nachdem ich ihm ein stillendes Mittel ge-geben, seine vorige Ruhe, und sein Schrecken hatteweiter nicht die geringste böse Folge.

Man muß sich über diese Antipathie nicht ver-wundern. Die grösten und heßlichsten Spinnen