fünfzehntes Capitel. 767
vollen Räthen des grossen Boerhaave von mir pünkt-lich geleistetem Gehorsam, und einigen aus diesemAnlasse geschriebenen Kleinigkeiten, habe ich nebstdem Namen eines Idioten in der Arzneykunst, Mil-lionen in einem zwar erbärmlich engen Zirkel stehdrehender Liliputischcr Vorrückungen und Oran-goutangischer Afterreden, aber auch meine Gesund-heit und mein Leben zu verdanken; denn ich glaubemit dein Chinesischen Verfasser des Buches TchangSeng, obschon der Ticn (das Oberste Wesen) un-sere Tage gezählet hat, und sie in seiner Hand sind,so lasse sich doch in einem erlaubte» Sinne sagen:ihre Dauer hange von uns ab.
Die Gewohnheit macht viele sonst sehr gefährlicheWirkungen auf eine erstaunende Weise unschädlich.In dem physischen wie in dem moralischen werdendie unerträglichsten Dinge erträglich, wenn mansie einige Zeit gesehen hat. Eine Mode scheint Ver-nünftigen fthr oft lächerlich wenn sie neu ist, unddoch gewöhnt sich der Vernünftige wie der Thor andie Mode. Man sagt mir die jungen FranzösischenOfficiere stecken itzt den Kopf so tief als möglichzwischen die Achseln; wir würden es vermittelst derGewohnheit sehr wohl leiden können, wenn sie einstwie wahre Brammen den Kopf zwischen die Beinenähmen.
Es scheint die Gewohnheit bestimme in Absichtauf den Körper die relative Empfindlichkeit allerTheile. Die Aufcrziehung der Spartaner ruhteauf diesem Grundsätze, die Griechen insgesammt