766 viertes Buch,
haavc sagt darum seinen Lchriüngern, euch empfehleich diesen Rath, ihr erhitzten Liebhaber der Weis-heit, die ihr bestimmet seyd einst die Gesundheitder Menschen zu regieren. Wie heftiger ihr für dieAufklärung eures Geistes sorget, desto gewisser wer-det ihr euren Körper verderben, sobald ihr hartnä.kig euren Fleiß nur auf eine Wissenschaft einschrän-ket. Hingegen werdet ihr eure ganze Lebenszeit denMusen wiedmen können, und dabey euch fast nichteinmal ermüden, sobald ihr neben der Arzncykunsteuch auch auf andere Wissenschaften leget. Nie-mals müßt ihr lange bey einem Gegenstand verwei-len, wenn ihr nicht wollet melancolisch werden, son-dern ihr müßt euch unter beständiger Abwechslungmit verschiedenen und ganz entgegengesetzten Dingenbesänftigen. Ein Mathematicker soll plötzlich seineerhabene Betrachtungen fahren lassen, und die Mustkoder einen Dichter vor die Hand nehmen, sobalder die geringste Ermattung oder einen Hang für dieEinsamkeit empfindet. So wird die Werkstatt sei,ner Seele gleichmäßig in Bewegung gesetzt, wenner bald in diesem Theile arbeitet, und bald in ei-nem andern. Wollet ihr aber an einer einzigenWissenschaft kleben, so wird auch das geringste aufeuch haftende Uebel eine gänzliche Unfähigkeit zuden Verrichtungen des menschlichen Lebens seyn.Ihr werdet ganz gewiß euren Geist ungemein auf-klären, ihr werdet die Grenzen der Arzneykunst er-weitern, aber hütet euch, daß ihr nicht in allen an-dern Absichten Narren werdet. Diesen erfahrungs.