fünfzehntes Capitel. 77;
lein um reich z» seyn. Nichts wäre demungeach-tct trauriger als das Leben dieser Leute/ wenn ih-nen die Gewohnheit ihre» Zustand nicht erträglichmachte/ da er sie doch zwingt wie Diogenes in ei-nem Fasse zu leben / wenn sie erträglich leben wol-len. Ich sehe auch alle Tage / daß Leute die schonoft krank gewesen ihre Schmerzen unendlich besservertragen / als Leute die es nie gewesen / da doch zu-weilen jene von einem sehr empfindlichen und diesevon einem sehr harten Temperamente sind.
Ich werde erst in dem dritten Theile zeigen daßman sich an die besten Mittel gewöhnt/ und dieß istum so weniger wunderbar weil man sich auch andie Gifte gewöhnt. Ich lese zwar in der Encyclo-pedie wir sollen nicht glauben/ daß Mithridates sichan ein wahres Gift gewöhnet habe / weil man sichan ein wahres Gift so wenig gewöhne als an dieSticye eines Dolchen / und der Czaar Peter habebefohlen daß man die Kinder seiner Matrosen an dasMecrwasser gewöhne / aber diese Kinder seyen allegestorben. Diese Betrachtung hat nicht durchausihre Richtigkeit. Schaarschmidt hat ja angemerkt,daß man sich an den so furchtbaren Arsenick gcwöh.nen kann/ schon Galenus hat eben das von demSchierling gezeiget/ und Linnäuü von dem Eisen-hütten!. Aber niemand hat dcmungeachtet gezwei-felt daß der Schierling / der Stechapfel / das Bil-senkraut / und das Eisenhütlein wahre Gifte seyen /bis uns Herr Leibarzt Störck sehr wichtige / sehrgrosse / und sonst unheilbare Krankheiten mit diesen