fünfzehntes Capitel. 779
ordentlichsten Gemülhskräftc verband, und der er-habensten und schönsten Ideen auf eine fast unglaubli-che Weise fähig gewesen. Im Vorbeygangc gesagt,Pcchlin war ein grvjscr Arzt, ein grosser Beobach-ter, und ein Mann von Genie.
Bekannter ist wieviel die Seele durch die Leiden-schaften nun Besten des Körpers vermag. Valle-riola erzählet die Geschichte eines ganz lahmen Men-schen , der einige Jahre im Bette gelegen, und beyeinem plötzlich in feinem Haufe entstandenen Bran-de in einen solchen Schrecken verfiel, daß er ver-mochte aus feinem Bette zu springen, und von die-ser Zeit an de» Gebrauch feiner Glieder erlangte.Pechlin sagt einer feiner Freunde sey durch die Gefahrauf dem Meere Schifbruch zu leiden von einem derhartnäckigsten Tertianfieber plötzlich befrcyct worden.Man weiß das Beyspiel eines Franzofen, der nichtharnen wolle aus Furcht er überschwemme ganz Pa-ris , und der von dieser Narrheit nicht eher befrcytward, bis man ihn durch die Nachricht ganz Parisbrenne, in einen solchen Schrecken versetzte, daß erseinen Strom loslicü.
Aus allen diesen Beyspielen erhellet, wie stark diein dem Menschen selbst liegende Kräfte find, durchdie er den Pfeil des Todes abzuwenden Host; wa-rum der gesunde und zähe übrigens den Griechenäusserst gehäßige Marcus Cato gemeint, man dörfeeine schwache und leichte Speisen erfordernde Ge-sundheit zu erhalten, nur wilde Tauben, Endten ,und Hasen speisen; warum der baumstarke Tiberius