778 viertes Buch,
Auch die schon durch die Lehre Jesu und seinerApostel erwiesene, alle Bewölkungen der Widerwär-tigkeit und alle Leiden der Zeit überwindende, aberunter der Herrschaft der Gedankenlosigkeit und Ver-derbnis am meisten miskennte Macht der Seele überden Körper, hebt viele schädliche Eindrücke, undüberwiegt zuweilen selbst das Temperament. Einjunges adeliches Frauenzimmer in Bern fürchtetesich so sehr vor dem Dvnner, daß sie sich bey demgeringsten Anschein eines Gewitters unter die Erdeverkroch ; einst befand sie sich in einer grossen Gesell-schaft als ein Donnerwetter herankam, sie eilte plötz-lich nach Hanse; aber vor ihren Füssen schlug derDonnen in die Erde, eh sie ihr Haus erreichen konn-te ; sie gieng in sich selbst , und sieng an zu begrei-fen, daß man dem Arme des Allmächtigen nirgendsentgeht; von dieser Stunde änderte sich ihr Tem-perament so sehr, daß sie dem fürchterlichsten Ge-witter mit stillem und gelassenem Gemüthe zusehenkonnte. Ei» Frauenzimmer in Zürich hatte ebendiese Schwachheit in einem entsetzlichen Grade; derDonner schlug in ihr Haus , zerschmetterte ihr dieSckniürbrust ani Leibe, und quetschte sie so sehrdaß sie in ein heftiges Fieber verfiel, nach ihrer Ge-nesung ebenfalls in sich selbst gieng, und von dieserZeit au durch ihr ganzes Leben nicht das geringsteMerkmal von Furcht i» Gewittern blicken ließ. Pech-tin erzählet das höchst merkwürdige Beyspiel einesMenschen, der von dem Scharbock über und übergefault mit der äussersten Freßbegierde die ausser«