'476 Die Neunte Predigt, _
3. Wie nciinrl der Apostel sein Apostel- Amt? Er nennet es
Soreoeter hin und wider in seinen Eprstlen: Ich habe den Dienst vo»»dem Herren Iesuempfangen zubezeugen das Evangelium derGna-Ichdanckedem, der mich bckraffrigethat, nämlich Jesix».Tim.,: Christo , daß er mich für treu geachtet/und in Dienst gesetzer pat.
An seine Corinther schreibet er: wer ist Paulus? wer ist Apollo?i.Cor.;.;. Diener find sie durch die ihr styt gläubig worden
War aber dasApostel-Amt,das in der Kirch die fürnehmste Würdewar, nur ein Dienst, wievilmehr wird dann das Amt aller deren. die d<rarbeiten im Wort und in der Lehr nichts anders/ als ein Dienst seyn ?Christus hat gegeben Hirten und Lehrer zu der Zusammenfügung-. „„ der Heiligen, zum werck des Diensts. Lehrer und Prediger sind nicht' Herren, sondern Diener: Diener, wie Christi, also auch um Christi willender Gläubigen, darum schreibet der Apostel : wir predigen n-cht uns» selber, sondern Jesum Christum, daß er der Herr, wir aber euere
' Vmccht um Jesu willen. Ihnen kommt zu, nicht das Herrschen, son-dern das weiden und Dienen. Darum, als dorten die Jünger des Her-ren gedisputii kt, welcher unter ihnen für den grösten gehalten werde,hat der Her zu ihnen gesprochen : Ihr wüffet, daß die Lönige dervöl-skeren sie beherrschen, und daß die Großmachtigeu Gewalt über siehaben. Ihr aber nicht also, sondern der Gröste unrer euch wepdewie der Jüngste, und der Fürnehmste wie der Diener: Dann wel-cher ist grösser ? Der zu Tisch sstzec, oder der da dienet? Ist esnicht der zu Tisch sitzet? Ich aber bin mitten unter euch- als einer,r»e der da dienet. Was ist dann für cin Nachfolger Christi, und seiner seligenApostk n der Römische Pabst und Clerifty, Cardinal , Ertz-Btschöff, Bi-ftdöff, welche für Herren in derKirch angesehen seyn wollen , die über denGlauben, und das Gcwüffen herrschen. Und ist es insonderheit ein mr-letdenlicher Skoltz an jermem, daß, da er auß affektierter Demuth sich ei-nen Lnechtder Knechten nennet, doch unter dtsemPrätext Herreir undKnechten auf die Achsel fitzet.
Rechte Lehrer und Prediger sollen allezeit gedencken, daß fie Dienerseyen: Deßwegen steh keiner Herrschafft anmaffen, sondern in Demuth,undheiliger Sclbst-Verlaugnung nach derVorschrifftihreSHerrendaswortGorres verkündigen und den Gläubigen dienen mitderGaab, dier.Ve'r.»? ^ empfangen haben, als die gme Haußhaiter der mancherley Gna-
rv.' de Gottes.
W'r abe»- sollen deswegen darbey, daß Lehrer und Prediger nur Dienerfi.»d, nicht Anlaaß mmmemfie zumachten. Sie find Diener, aber Diener
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