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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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§ Vsrbericht.

gen, in dessen falschen , niedrigen Grundsätzen -verkehrter Sittenlehre, oder ruchlosem Wandel ichnicht häufigen Stoff und Lust, der Gesellschaft merk-lichen Schaden zuzufügen, gefunden hätte. Nunmag Ulan mir immerhin von allen Seiten in dieOhren tönen: Es gebe einmal in jeder welschenProvinz fromme und gelehrte Ordensleuthe. Dennsobald ich darauf dringe, mir diese Behauptungdurch Anführung bestimmter Beyspiele zu beweisen,so kömmt etwa eine Mönchstugend heraus, die ebendem menschlichen Geschlechte nachteilig ist. Ei-ner befitzt Wissenschaft; aber er schwärmt in denHäusern herum, predigt Unglauben und verdorbeneSitten; und verführt nach und nach die Frau oderTochter vom Hause. Ein andrer ist ein ehrlicherMann ; aber er schreyt ab der Canzel aus vollemRachen: Daß in dem Gelübd der Keuschheit, imKlosierleben, im Fasten, Geiseln, Vußgürteln,und andern Milzsüchtigen Ausschweifungen die Sum-me christevlicher Vollkommenheit bestehe. Denndieses ist das gemeinste Mönchslaster, daß sie inHäusern sowohl als in der Kirche dem Müssiggang,und denen so ihn treiben, das Wort reden, unddafür verächtlich von den ächten gesellschaftlichenTugenden, und denen sprechen die sich dem Dienstihrer Nebenmenschen widmen. Darum werfen siebeständig mit den Worten, Erlöser, die Heil. zehenGebote und Evangelium um sich, und meynen, damitfeys gethan. Nehmen wir es aber auch für «nwr-hersprechltch an , daß es Mönchen gebe an denen