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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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9
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K vorbericht.

will; wo immer neue falsche Grundsätze, neueschädliche Lehren/ neue Mährgen, um die Welt-leuthe zu betriegen / ersonnen und ausgestreut wer-den; wo man Lobreden Leuthen halt/ die in derGesellschaft nicht den mindesten Nutzen gestiftet;und hingegen derjenigen / die sich um das Vaterlandwirklich verdient gemacht/ nur mit keinem Wortoder Gedanken gedacht wird ? Mit welchem Grund/oder auch nur scheinbaren Fürwande/ kann alsoein Mensch / der noch den geringsten Funken Men-schenliebe oder Mitleidenö. für seine christcatholischeVrüder in der Brust trägt/ wünschen und begeh,ren/ daß/ vielleicht um etlich weniger unverwerfli-cher Mitglieder willen/ jene Pflanzschulen so vielenUnheils / und eines bodenlosen Verderbens aufrechtbleiben? Oder wer kann (nach so vielen augen-scheinlichen Erfahrungen / wie viel Vortheile etlicheStaaten daraus gezogen/ daß sie das Mönchsjochabgeschüttelt haben) wer, sag ich / kann es so schlechtmit der Gesellschaft meynen / um weiter auf den-jenigen ungehalten zu seyn / der die Nachtheile desMönchwesens überhaupt aufdeckt; da, man kannes nicht genug widerholen / etliche brauchbare ein-zele Klosterleuthe in keine Betrachtung kommen.Aushöhnen will ich die Ordensgeistlichen eben nicht;aber das Menschengeschlecht von ihnen zu befreyen/dahin/ freylich/ gehen alle meine Wünsche/ unddie nachfolgenden dringenden Vorstellungen.

Doch ich besinne mich eines bessern: Es magseyn- daß mein Rath einer gänzlichen Abschaffung