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allgemeinen deutschen Bibliotheck schuldig, welchein ihrer ausführlichen Beurtheilung meines Wer-kes den Wunsch geäußert, daß ich mich gewisserbeißender Stiche enthalten hätte; nicht, daß sie über-trieben seyn , sondern weil eine solche Züchtigungden Sünder eher verhärtet als ihn bessert. Ich in-zwischen bin und bleibe der Meynung, daß Leuthe,die aus irriger Ueberzeugung und Grundsätzen, gleich-sam Veruffes wegen, bös und verwerflich handeln,sich weder mit gelinden noch mit derben Worten ab-schrecken lassen ; und daß kein ander Mittel ihrerlos zu werden übrig bleibt, als wenn man dengerechten Zorn der Landesfürsten oder die Racheganzer Nationen gegen sie aufhetzt. Beydes aberkann nicht erzielet werden, als wenn man feineStimme hoch und laut erhebt. Denn Schriftensolchen Innhalts, die in gelassenem Tone reden,liefet man zwar mit Vergnügen, legt sie bey Seite,und ihr Eindruck erlöschet wieder; oder bey demgrösser» Theile der Leser bleibt gar ein Verdachtzurück, daß ihre Verfasser mehr aus Liebe zum Son-derbaren oder aus Privatabsichten, als aber aus wah-rem Eifer und innbrünstiger Liebe fürs gemeine Beßtegeschrieben haben. Wenn hingegen ein Schriftstel-ler blitzt und donnert; wenn er in seinem ganzenAusdrucke die gewaltige Bewegung nicht verhehlt,welche in seinem Innersten wütet, so wird jedesgute Herz, jedes von Vorurtheilen freye Gemüth ge-rührt, und von der gleichen Leidenschaft erschüttertdie ihn selber begeistert hat. Alsdann setzt sich der