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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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28
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Wenn nun die Papste glauben befugt zu seyn,ihre Gesetze aussert Leu Kirchenstaat auszudehnen:Wenn die Kirchenversammlungen sich anmaassen,ohne die Einwilligung der Fürsten, für ihre Unter-thanen Verordnungen zu machen; wenn Päpste trach-ten in den Staaten weltlicher Fürsten einen abge-sonderten Staat aufzurichten; wenn sie fremden Un-terthanen Vorrechte und Befreyungen mittheilen;das Recht sich anmaassen grosse und kleine Pfründeausser ihrem Staate nach Belieben zu verliehen zRechtshandel, unter verschiedenem Vorwand unddem Namen der Appellation, nach Rom fürforoern,und Ehestreittgkeiten von fremder Fürsten Unter-thanen entscheiden wollen: Wenn alle ihre Bemü-hungen dahin gehen, die in andern Staaten zer-streute Geistlichkeit, zum grösten Nachtheil desLands, ihren rechtmässigen Fürsten abgeneigt,mächtig, reich und ungehorsam zu machen: Undwenn endlich die Absichten des römischen Hofsdem Wohl der Fürsten und Staaten überhaupt,gerade entgegengesetzt sind: So erhellet klar, daßunsere Religion, als die wahre und heilige, sol-che Verderbnisse und Misbräuche nicht dulden kann,welche die Rechte des Landesherr» schmälern, unddie Wohlfarth seines Volks verhindern. Es istdemnach jeder Landesherr verbunden, der päpstli-chen Gewalt engere Gränzen zu setzen, und ein je-des dem Staate schädliches Kirchengesetz aufzuheben.

Unter diese dem Staate schädliche Kirchengesetzesind hauptsächlich zu rechnen ; Alle diejenige, welche