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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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aufheben. Und die Fürsten müssen sie aufheben;müssen einen schuldigen Clerus vor ihren gewöhnli-chen Richterstühlen abstraffen lassen; da wir wissendaß die Geistl. Obrigkeiten die Verbrechen ihrerUntergebnen nicht nach Gebühr büssen läßt, ihreFehler bedecken will, und, durch diese Ungestraft-heit, sie gleichsam anlockt, dem Staat und feinenGliedern immer schädlicher zu werden. Man ver-ordne anfangs, daß sie in bürgerlichen Rechtshän-der auch vor weltlich- n Richtern erscheinen müssen.So wird es dem Layen leichter wenden, gegen dieGeistlichkeit gute Iustitz zu erlangen, wozu er sichvor ihren eignen Gerichten selten Hoffnung machendarf. Endlich sollen die Geistlichen, zu Steuernund andern Abgaben, gleich den übrigen Unter-thanen des Staats, angehalten werden; welches sie,wegen ihrem grösserm Vermögen, weniger befchwehrt,und die andern Bürger um so viel mehr erleichtert.Ich weiß gar wohl, daß alle diese heilsamen Anord-nnngen nicht auf einmal können eingeführt werden:Aber Zeit, Erziehung, Unterricht, und die Kunstschweren Einrichtungen eine leichte und angenehmeGestalt zu geben, rotten auch eingewurzelte Uebelohne Lerm, und zuletzt mit allgemeinem Beyfall aus.

Dergleichen sorgfältige Maaßregeln aber betref-fen nur monarchische Staaten. In Republicken,wo das Volk selber, und eine Menge guter Bürgerfür die Gesetze wachen, ist ein mächtiger Clerusdurchaus schädlich, und führt nicht, wie in Mo-narchien , gewisse Vortheile mit sich. Die Geist-