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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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40
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fes ist höchst natürlich, da die Geistlichkeit von Romimmer neue Belohnungen, von den Königen hinge-gen bestandiae Schmalerung ihrer Macht zu gewar-ten hat. Wie viel Unheil ein von dem Papst auf.gehetzter oder unterstützter Clerus anrichten kann,haben uns ältere und neuere Jahrhunderte, sogardas lauffende, schon zum Ueberfluß belehret. DieWeise aber, diese Unabhängigkeit einzuführen, werdeich in der Folge erklären. Hiernächst muß die Mengeder Geistlichkeit durchaus vermindert werden: Einemässige Anzahl ist vermögend die Gesetze zu schützen;und diese Zahl sollte sich nach den gestifteten Pfrün-den in einem Lande richten: Also dürfen so vielePriester eingeweiht werden als Pfarreyen sind, dieihre eignen Seelsorger nöthig haben. Hingegenmüssen alle, welche sich ans eignen Mitteln odergar nur mit dem Messefischen nähren können, ab»gewiesen werden. Dergleichen emgeschlichene Glie-der , welche dem Staat und der Kirche gleich über-lastig und schädlich sind, billigt weder der Geistdieser Kirche, noch das Beyspiel der ersten Chri-stenheit. Behalten wir lieber dieses Geschlecht zumDienste des Staates auf: Sie mögen Feldbau,Künste und Handelschaft emporbringen helfen.-Drittens muß die Immunität der Geistlichen,welche sie ohnehin nur der Güte und Freygäbigkeitdes Landesherr» zu verdanken haben , vollkommenaufgehoben werden, da eine tägliche Erfahrung ih-ren Nachtheil für das gemeine Wesen darthut.Wer solche Freyheiten gegeben hat, kann sie auch