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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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seyn , da der elende und ärgerliche Unterricht densie empfangen, und die niedrige schmutzige Mönchs-maximen, welche alle nach dem Refectorio oder derKlosterkirche riechen, ja nothwendig jede brauchbareGeistesgabe in der Geburt ersticken, und ihre Be.sitzer zu einer gesetzten, vernünftigen, und vom gu-ten Geschmacke geleiteten Gelehrsamkeit durchausuntüchtig machen müssen; daher sich noch die deß-ten unter ihnen mit kindischen Spitzfindigkeiten ab-geben. Ist es ferner unerheblich, daß, aus ähnli-cher! Gründen, auch die Weltgeiftliche so weniggute Köpfe auszuweisen haben; da jene heilige Markt,schreyer durch Schmeicheleyen, Wortspiegeln, Be.griffeverdrehen in den Beichtstühlen, und ihre übrigelosen Ränke, die ganze grosse Pflanzschule der geist-lichen Jugend verführen? Soll man die nieder-trächtigen Künste für nichts ansehen, die dieses Lum-pengesindel braucht, um sich des Zutrauens einerganzen Nation zu bemustern; so daß den Bischöffenund Pfarrern nichts als der blosse eitele Name derihnen anvertrauten Seelsorge übrig bleibt: Da jenealles Volk mit täglichen Absolutionen, Predigten,Kirchenmnsick und Kirchengepränge, mit ihren lie-ben Heiligen, wunderlhätigen Bildern, Kreutzwe-gen und andern Andächteleyen, in ihre Klöster undZellen locken? Verdient es etwa keine Aufmerk-samkeit , daß sie weder ihren Bischöffen noch demLandesherren sich unterwürfig erkennen, und-einzigSclaven des römischen Stulö seyn wollen? Wodurchder Papst eine unermeßliche Menge Unterthanen in