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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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Leuthen , die immer fertig und bereit sind alles ansich zu ziehen, und Schätze auf Schätze zu häufen..Tue gewöhnlichen Mittel aber zu diesem Zwecke sind;Beichten, Predigten, Bet? ug migesrummes Betteln,Cabballen und Andächteleyen; auf was für andernweniger betrettenen Wege diese verschlagene Heuch-ler im Finstern schleichen, ist Gott bekannt! DieBettelmöuchen auf der andern Seite, welche durchGelübd allem Eigenthum abgeschworen, brauchenNicht weniger täglich ungefehr die nämlichen Kunst-griffe, um in tteberfluß zu leben, ihre Kirchen aus-zuschmücken , und Büchersäle anzulegen, ^ die sie dochNicht zu brauchen wissen. Bettelt nicht ein einzelesCappuziner- oder Franciscanerkloster ein ganzes Landrein aus? Theilen sie nicht ganze Provinzen untersich? Sind nicht ihre bittere Zänkereyen, wegendes ältern und höhern Vorrechts einen Staat aus-zuplündern; ihre Bemühungen, Bischöffe und grosseHerren mit ins Spiel zu ziehen, und dadurch gleich-sam geheime aber beständige innerliche Kriegeund Zweytracht in einem Gemeinen Wesen anzurich-Len oder zu unterhalten sind alle diese traurigeThatsachen nicht weltkundig?

Was sollen wir aber von den schrecklichen Han-deln und Zerrüttungen sagen, weiche tue Mönchs-orden wegen ihrem wechselseitigen Hasse, und derVerschiedenheit ihrer Schullehren anspinnen ? Wieviel Uneinigkeiten in den Familien; wieviel Spal-tungen in dem Staate, kurz, wie viel ärgerlicheAuftritte brachen nicht in unsern Tagen in Welsch-