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nes Leben Ex. Professo legen: Die erster« sind ge-meinlich abergläubische Thoren; die letztem ärger-liche Bösewichte. Jene beobachten in ihrer Andachtweder Ordnung noch Vernunft, weder Maaß nochZiel. Ein hitziges Temperament, welches sie derHimmelsgegend zn verdanken haben, verleitet sie inallem ziir Ausschweifung. Mit einer Messe sind sienicht zufrieden ; es muß der ganze Morgen durchgebetet seyn. Die bürgerliche Gesellschaft darf kei-nen Anspruch auf ihre Zeit machen. Nur EineKirche zu besuchen, ist ihnen zu wenig; sie müssenlaufen und allen HH. den Hof machen. Sie sindes, welche die Legenden schmieden, und ihren HeldenWunder andichten , die, ich will nicht einmal sagender Allmacht und Weisheit Gottes der zuletzt alleWunder wirken muß, höchst unanständig wären,sondern auch dem Verdienst und den Einsichtenihrer Heiligen wenig Ehre machen würden, in derThat aber lediglich Gespmnste ihrer eignen verbrann-ten oder kindischen Fantasie sind, welche diese HH.so ungereimtes Zeug sagen und thun läßt, daß beyallen Vernünftigen der Glaube an sie, den manmehren wollte, vielmehr in Unglauben, Hohnge-lächter und Verachtung verwandelt wird. Sie er-finden jene tausend Siebensachen von Andächteley,rmd falscher Gortesverehrung, womit das Volk baldso bald anders seine Zeit tödet. — Denn, wenn siesich endlich begnügten , dieses Narrenzeug für sichselber zu treiben, so wäre der Schade um vielesgeringer. Aber daß sie der Gesellschaft die nöthig-