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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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trackte den er schließt, guckt das Eigenintresse aneiner Egke hervor; nicht eben , davor behüt ihnGott! offenbarer Wucher, sondern nur jener ehr- !bare Eigennutz den die Probabilisten zulassen, dieProbabilioristen jedoch mißbilligen ; das Pfaffenge-schmeisse endlich, welches beständig um ihn ist, al-lenthalben zu entschuldigen weißt. Er hat einenSohn und eine Tochter. Letztre sperrte er in ih-rem vierzehnten Jahr in ein Kloster ein, wo manmehr nicht als 200^0. fl.Ausfteuer federte; Als sie abersiebenzehen war, verstuhnd sie sich mit ihrem Beicht-vater , und machte sich mit ihm aus dem StaubBald hernach verwüstete eilt Hochgewitter eine sei-ner Herrschaften , und brachte ihn um den größtenTheil der daraus zu beziehenden Einkünfte. DieBauern baten ihn um einigen Nachlaß der Steuer, >oder daß sie solche wenigstens nur nach und nach inden folgenden Jahren entrichten dürsten. Aber dawar alles umsonst: Weil die guten Leuthe unmög-lich auf der Stelle bezahlen konnten, ließ er sie ein-stecken, bis endlich die Weiber mit Verpfändung allihres Heurathguts die Schuld tilgten und ihre Män-ner loskauften. Ein jeder Mörder, Dieb oder Ehe,brecher, der mit Geschenken zu ihm seine Zufluchtnimmt, erhält durch seine Vermittelung die Gnadedes Landesherr«; und unter dem schönen Scheinvon Sanftmuth und Gelindigkeit füllt er die Stadt !mit Spitzbuben an, und macht daß bald kein Hausvor Dieben , und kein Mensch seines Lebens sicherist. Hingegen schrieb ein gelehrter Abbe ein Buch,