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worinn er die Helligkeit eines gewissen vergötter-ten Bauerkerls selbiger Gegend in Zweifel zog;sofort wurde er gefänglich eingezogen / und steckt itzkfer> einem Ighr im Kerker. Ein Hausvater klagteeinen Frate an, derselbe hätte ihm seine Tochter ge-schwängert, und wollte solches beweisen; man er-sparte aber dem guten Mann die Mühe, und brachteihn anf eine Festung. Ein Priester ließ einem altenPfarrer heimlich ab dem Brod helfen, und erhieltdesselben Pfründe, auf Empfehlung unsers Mini-sters hm den er vo-her geschmiert hatte. Baldnachher kam das Bubenstück des neuen Seelsorgersan den Tag; aber vermittelst eines zweyten Prä-sents erhielt er die Begnadigung für seinen Meu-chelmord. — Kein schöner Geist, kein guter Talent,kein Liebhaber der Gerechtigkeit, kein Gönner derWissenschaften kann, auch nicht die geringste Stellebey Hof erhalten; denn der Minister jagt: SolcheLeuthe wollten alles wissen, und glaubten dagegenzu wenig. Unter diesem Vorwand zieht er hoheund niedre Chargen an sich; neben andern auch dieKornschau und Besorgung der öffentlichen Magazine.Vor zwey Jahren ließ er sich von auswärtigen Korn-juden bestechen , und verkaufte ihnen alle vorräthi-gen Früchte ; im Jahr darauf erfolgte natürlicheine unerhörte Theure, so daß viele Leuthe vor Hun-ger starben. Was war zu thun? Man sollte einenneuen Vorrath anschaffen: Aber der Minister konntemit den Verkäufern nur hundert elenden Güldenwillen nicht eins werden; und die Hungersnoth