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hellet , daß unter allen den Leuthen von denen wiroben geredet keine schlimmer als die sogenannte GuteCatholicken, und denjenigen wirklich nachuisetzmseyn welche mit dem Christenthum ihr Gespötttreiben. Und Bayle hat wol recht, wenn er inseiner Abhandlung von den Cometen mit so vielerHitze behauptet, daß der Aberglaube in einer Ge-sellschaft grösser» Schaden anrichte als der Unglau-be: Wenigstens beweist unser Welschland bald täg-lich die Wahrheit dieses Satzes; denn wenn seineFürsten und Staaten nicht schleunig Rath schaffen, sowird es sicher für sie zuträglicher seyn, wenn dasVolk lieber anfängt nichts zu glauben, als wenn esweiter in dein groben Glauben stecken bleibt: EinMensch könne alle Laster ausüben, wenn er sichnur der Mutter Gottes und seinem Heiligen mitLeib und Seel ergicbt, und es dann ihnen überläßt,ihm den Weg zum Himmel aufzuschliessen.
Auf denn, erlauchte Fürsten und Freystaaten mei-nes Vaterlands! Verbannet/ um Euers eigenen undEurer Unterthanen Heil und Wolfahrt/ um der Ehrevon Welschland willen, ach verbannet diesen ärger-lichen Aberglauben aus eurer Mitte! Nichts istleichter, oder es wird vielmehr vor: sich selber kom-men, wenn nur einmal, nach unserm obengegeb-nen Rathe, der Clerus gemindert, die Klostergeist-lichkeit aber überall abgeschaft wird. Nur bey die-ser verminderten Anzahl kann Rechlschaffenheit,Klugheit und Reinigkeit in der Lehre unter ihnenherrschen. Wenige, aber gescheute und wohlgesittete