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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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110
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andere Gesetze, als schlimme Sitten und eine nn-ächte Denkart durch entgegengesetzte zu verbessern»Vernunft, Erfahrung und Geschichte beweisen dieWahrheit dieses Satzes. Auf der andern Seite ist eseben so gewiß, daß Strafgesetze da anzuwenden,wo es bloß um eine Reform der Sitten und Grund-sätze zu thun ist, wahrer Despotismus sey, der alle-mal seinen Endzweck verfehlt, und ein Volk wohlempören , aber niemals verbesseru kann. Also fest-gesetzt , daß die Fürsten und Frcystaaten meines Va-terlands einmal entschlossen seyn, eine gründlicheVerbesserung auf denjenigen oder einen ähnlichen Fußzu erzielen, den ich oben angerochen, so ist vor al-lem aus nöthig, daß sie trachten, allmalig solcheAngewöhnungen, und besonders eine solche Denkartunter ihrem Volke einzuführen, die den bisher ge-bräuchlichen durchaus entgegengesetzt seyn. DiesenEndzweck aber zu erreichen, muß besonders der Adelund die Geistlichkeit in Collegien und Seminarienganz änderst als gewöhnlich gebildet werden.

Es ist hier nicht der Ort, und ich überlasse sol-ches andern, zu rathen wie dergleichen Pflanzschu-len einer bessern Nachkommenschaft, in Absicht aufdie Oekonomie sollen angelegt und eingerichtet wer-den ; sondern mein einziges Augenmerk ist, zu zei-gen, wieder Unterricht daselbst beschaffen seyn, undwelche Mittel der Landesherr anwenden müsse, dieJugend seiner Staaten dahin zu ziehen.

In denen Collegien nun, welche für die Welt-lichen bestimmt sind , sollen keine anders Wissen-