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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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111
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fchaften doeitt werden als solche, die eigentlich mden Geschäften dieser Welt brauchbar seyn können:Als nämlich die Dichtkunst und Beredsamkeit, diePhilosophie, Jurisprudenz , die Profangeschichteund die Politick. Darum aber darf den jungenLeuthen in diesen Collegien nicht weniger vergönntseyn, wenn sie die erfoderliche Fähigkeit dazu haben,auch denen Lehrftunden in den Seminarien beyzu-wohnen , welche sonst eigentlich der Auferziehungderjenigen gewiedmet sind, die den Priesterstand er-greifen wollen ; wo auch einzig solche Scienzen ge.lehrt werden, welche diesen Stand angehen: Alsnämlich das Canonische Recht, die Kirchengeschichte,die Gottesgelahrtheit und andre damit verwandteWissenschaften.

So soll ferner ein Landesherr nicht gestatten,daß einer in den geistlichen Stand trete, er besitzedann zuerst, nach dem Maasse seiner Fähigkeit undnach der im neunten Capitel gegebenen Vorschrift,alle ober doch den größten Theil derjenigen Kennt-nisse , welche in den Seminarien erworben werden.So macht man es beynahe im ganzen Reich, undnoch an einigen Orten in Italien; Daher denn auchder deutsche Clerus viel weniger zahlreich, als es,zu unsrer Schande, der in Welschiand ist. Dennim Reiche finden wir nicht mehr Geistliche alsPfründen, deren die gutherzigen Dentschen freylicheine hübsche Anzahl gestiftet haben; da hingegen inItalien, neben den verpfändeten Pfaffen, eben soViele auf die Messenstörr lanftn; ein Gebrauch