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oder diejenigen/ so er bereits hat/ zu verbessern,Moräste auszutrocknen / und dürre Wüsten zu was.fern — lieber die Hände in den Schooß/ und feineVaarschaft an Zinse legt, die ihn ohne Mühe undohne Risteo reich machen , in wenig Jahren aberden armen Zinsmann von Haus und Hofjagen; wo.durch ein Staat endlich / anstatt reiche und ämstgeBürger zu bekommen / von einer unzäligen MengeBettlern wimmelt/ unter denen hie und da ein glän-zender Fauttenzer, wie ein Goldblattgen auf ememLumpenkittel/ hervorschimmert. Hingegen werdenSie Anleihungen um mässige Zinse gestatten. Da-durch wird jedermann geholffen seyn: Der Reichewird seine Baarschaft gerne mit einigem Gewinnstehergeben; der ämsige Bürger wird gegen billigeBedinge leicht Unterstützung finden; niemand wirdauf Mittel denken / das harte Gesetz, welches garalle Zinse verbietet, mit einem himmelschreyendenWucher zu hintergehen, und sich dadurch für dieGefahr des Verlusts seines Hauptguts zu entschä-digen- — Dabey aber müssen E. Heiligkeit die Bul-len Ihrer Vorfahren in ganz keine Betrachtungziehen, welche meist von Leuthen sind hintcrgangenworden, die weder von dem Geiste des Christen-thums, noch von den allerersten Grundsätzen derGerechtigkeit, der Menschenliebe, und einer gesun«den Staatskunst nicht den mindesten Begriff hatten.
Endlich glauben Sie überhaupt steiff und fest,daß Ihre Macht, Ihr Reichthum, Ihr Heil undIhre Wolfarth gänzlich von dem Maasse der Glück-