wie unsre gegenwärtige , selber die erste und näch-ste Ursache der größten Händel, Ungerechtigkeitenund Betrugs anf der Welt ist; die sich ferner besserfür unsre Zeiten und Sitten schicket; und wenig-stens einen klaren verständlichen Text hat, mit wel-chem sich dem Gesetzgeber nicht täglich eine andreNase drehen läßt,
Um aber weise und gerechte Gesetze abzufassen,braucht es freylich Leukhe die zugleich Staatsmän-ner und Gesetzverstandige seyn, welche die Geschichtealter und neuer Völker, ihre Verfassung, Gesetze,und Sitten kennen, und mit erfoderlicher Urtheils-kraft aus allem den Honig saugen können. Haupt-sächlich aber, versteht sichs , müssen sie die Verfas-sung , das Clima, die Gewohnheiten, die Denkart,die Bedürfnisse, den Boden, die Künste und denGewinn und Gewerb des Landes aus den; Grundverstehen, dem sie neue Gesetze geben sollen. Manweißt, was für Reisen, und warum solche dieLykurge , Solone, und ihre Nachfolger in denneuern Zeiten, gethan. Die Römer, nachdem sieihre Könige verjagt, schickten drey Gesandte in ver-schiedene Provinzen von Griechenland, eigens inder Absicht die nachahmenswürdigsten Gesetze diesesLands ausfindig zu machen, und nach Haus zubringen.
Einige Staatskünstler behaupten , daß zur Ab-fassung von guten Civilgesetzen nichts anders erfo-dert werde, als eine vollständige Kenntniß des Na-Lurrechts, und eine richtige Anwendung desselben