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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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154
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nach Maaßgab Zeit und Orts die ein Gesetzge-ber vor sich hat. Ich gestehe aber daß ich einerganz andern Meynung bin. Denn derjenigen Gese-ze, welche durch das blosse Licht der Natur begrif-fen werden können , sind allzuwenige, und solchein allzuenge Schranken eingeschlossen. Auch hatPilati in obgedackter Untersuchung gezeigt, daßdieses Naturgesetz, welches von dem menschlichenGeschlecht ohne Widerspruch und mit allgemeinemConsens angenommen wird/ sich demselben meyvvermittelst eines Instinktes und des moralischen Ge-fühls, als durch Vernunft schlösse offenbarer Denngewisse andre sogenannte natürliche Gesetze, welcheeinige Schriftsteller entdeckt zu haben glauben, sindäusserst zweifelhaft, und zum Theil offenbar falsch;und haben darum gedachte Männer die Wissenschaftdes Naturrechts eher verdorben als aufgeklärt?und uns lediglich einen Dunst vor die Augen ge-mahlt, indem sie diejenigen Menmmgeu und Sit-ten , welche beynahe alle Völker von Europa ange-nommen , für ursprüngliche Anordnungen der Na-tur ausgegeben, da doch viere derselben wirklichirrig und verwerflich sind. Von einigen läßt sichsolches unwidersprechlich beweisen. Ich, meiner-seits , glaube, daß verschiedene von jenen so beta-kelten wilden Nationen, ohne Lehrer, ohne Bücher,und ohne so viel Lermö, zu einer gereiuigtern Kennt-niß des Naturrechts gelanget sind, als wir nichthaben. Es ist wahr, sie begehen hie und dg Hand-jungen die sich unmöglich billigen lassen r Mey