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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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163
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sen mehr verlohren als in der Hauptsache gewon-nen wird Also würden Gesetze in diesem Fall aufswenigste überflüssig, wo nicht gar schädlich seyn.Dagegen stehen die Spanier nun seit vielen Jahr.Hunderten in dem Russe/ dafi sie ein ihnen anvex-trautes Gut mit der gewissenhaftesten Treu, undVerschwiegenheit wo es nöthig ist, bewahren: Manhat Beyspiele, daß sie sich eher haben töden lassen,als dergleichen Deposita ausliefern oder verrathenwollen; und alle Nationen, welche nach Cadix Han.del treiben, können noch itzt von diesem Volke dasnämliche schöne Zeugniß ablegen. Also sind alle jeneCapitel von vertrautem Gute, die wir in dem Co.dex Iustinianeus antreffen, und um der Römer undGriechen willen dastuhuden , bey welchen man we-nig Treu und Glauben fand, in Spanien völlig un.nütz. plato, im XII» Buch von den Gesetzen, er.zählt, wie Rhadamant alle Rechtshändel unter sei.um Mitbürgern mit der größten Behendigkeit ent.schied: Der Grund hievon war kein andrer, alsdaß er mit guten Leuthen zu thun hatte, die dasHerz auf der Zunge trugen und also einen Proceßnicht verwirren wollten. Noch heut zu Tage treffenwir einige Völker an welche der alten Einfalt derSitten am nächsten geblieben sind, wo also dieRechtshändel ebenfalls von keiner langen Dauer seynkönnen. Wo hingegen die Leuthe zweyherzig, listigund Ränkeschmiede sind, da muß man bedächtlichfahren, den Partheyen Zeit und Weile lassen, alleFormalitäten brauchen, taustndrrley Wege einschla-