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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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173
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Sammlung diejenigen Früchte göttlicher und mensch-licher Weisheit, welche zu meinem Endzweck dien-lich wären, auf den Boden den ich anbauen sollmit der erfoderlichen Abänderung, Einschränkungsder Erweiterung, überzutragen. Und schließlichWürd ich aus meinem eignen Kopfe dasjenige hinzu-thun , was ich zum Veßten meines Volkes Vortheil-Haft zu seyn erachtete.

Wird mich nun jemand fragen, ob ich die rö-mischen Gesetze,. und das Corpus Iustinianeum,Zu Mustern nehmen wollte, so würd ich antwor-ten : Ja! aber nur damit sie nur zu einem stets vorAugen stehenden Spiegel von gesetzgebrischer Un-fuge, und zu einer ernsthaften Warnung dienenkönnten, alle Subtilität, Verwirrung, Dunkelheit,zweydeutiges oder eigensinniges zanksüchtiges Wesen,tmnöthige Vorreden und Wortgepränge, auszuwei-chen. Ich würde wenigstens daraus lernen, wieunwürdig es für einen Gesetzgebersey, auf jedenabsonderlichen Fall oder Rechtsfrage eine eigene Sa-zung zu flicken; wie gefährlich, wenn man, mitwenigen nöthigen Ausnahmen und sichern Einschrän-kungen , niemals eine allgemeine Regel zur Richt-schnur hat; und wie läppisch es endlich klinge, ei-tlem Gesetze entweder gleichgültige, oder gar falscheMotive anzudichten. Kurz, ich würde mir Mühegeben, alle jene Gebrechen zu vermeiden, von denenhesagte Gesetzbücher voll sind, und alsdann für ge-wiß annehmen, daß meine Arbeit gelingen würde.Wäre Cocceji auf diese Art verfahren, so würde