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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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208
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wie Sie wohl wissen/ alles unter übersich gehet,Rath und Ordnung zu schaffen. Dieser Jüngling,sagte ich bey wir selber / bey dem Stand den erhat / bey den Eigenschaften die man ihm zutraut,wird und muß in kurzer Zeit der erste Staatsrathmeines Fürsten werden. Wer weißt/ dacht ich,ob es mein Sohn nicht so wert bringt / daß ich nochzu sehen bekomme/ wie hie und da Grundstücke,die itzt traurig und öde nichts als Dornen undDisteln tragen / mit fetten Achren prangen; daß ichauf unsern Gewässern Schiffe wegftgeln sehe / aufwelchen meine Landeskirche / wohlgenährt und ftoh-müthig/ ihren Ueberfluß in entfernte Gegenden aus-führen, und dabey nicht nur das Gepräg der in-nern Zufriedenheit auf ihrer Stirne tragen, sondernauch das Lob ihres Landesvaters öffentlich ausbrei-ten, welcher seine Kinder liebt und ihnen Gutesthut? Wer weißt/ vielleicht wird es mir selber nochso gut, so viele traurige Wohnungen zerstört zu se-hen/ wo Rauchlosigkeit und Aberglaube/ aus ge-raubtem Gut ganze Schaaren von Schurken näh-ren, und dieselben mit eckelhaften und von mchtsnü-zen Händen verarbeiteten Kleidern bedecken; Schur-ken, die sichs zum Beruff gemacht, die Häuser zuberauben, die Tugend zu untergraben, die ganzeNation zu erniedrigen, und Schrecken und Betrugauf dem Thron zu erhalten? Wer weißt, wie vieLhundert junge Mädchen an die Fenster lauffen,wenn sie mich durch die Strasse gehen sehen, undsich einander in die Ohren flüstern werden; Sehet