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treue Gemähld seines Humors, seiner Denkart undStudien an. Den Tag über bringt er die meisteZeit da zu, wo Pfaffen, Zungendrescher, oder an-ders derleyGeschmeisse zusammenläuft; läßt sich mitihnen über ihre Narrentheidigungen, über lauterZeug ein, das weder Hände noch Füsse hat; denndieses Gestndel unterhält sich und andr bekamulichvon nichts liebers, als von Casuistenfällen, überwelche ein jeder nach seinem Kopf entscheidet, unddes andern Meynung, mit dem Ansehen irgend ei-nes Theologen oder Rechlsverständigen, der ihm anDummheit gleich ist, zu befreiten sucht: Da kom-men die schönen Streitfragen, über die unbefleckteEmpfängniß, über die Kraft des Ablasses, über dieQuantität der Speisen welche man an Fasttagenessen darf, über die Wichtigkeit des Weihwassers,über die beßte Art zu foltern, u. s. f. u. f. auf dieBahn. Bisweilen besucht mein Sohn auch rasCaffe litreraire, spricht über das Gute und Schlechteeiner neuen Predigt oder Lobrede, einer neuen Co-medie oder Sonnets, das einer einem Predigeroder Kuppler, oder einer Hure zu Ehren gemachtHat, oder das wohl gar dem weifen Etaatsralheeins anhängen soll, welcher etwa der Kirchenim-munität einen Streich versetzet, oder die Dreistig-keit der unmenschlichen Pfaffen gedemüthigt, ihremGeitze Schranken gefetzt, oder ihnen über ihre Aus-schweiffungen Furcht eingejagt. Die Stunden,welche er bey Hause zubringt, wendet er auf et-was Poetisches, oder auf die Untersuchung eines
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