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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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222
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Halt einmal ein, das höchste Messn zu lästern,und das Volk mtt deiner ruchlosen und heim-tückischen Gittenlehre zu Gnmde zu richten!

Auch ist sich gar nicht zu verwundern, daß unsreKanzelredner so gestaltet seyn; denn sie sind Mit-glieder jener grossen Gesellschaft der Erzplauderer,welche, unterm Vorwand dem leichtgläubigen Völk-gen Gottes Wort zu erklären, im Grund demsel-ben jede thörigte Menschensatzung beybringen.Sie verstehen mich wohl: Ich rede von unsernGottesgelehrten; Leuthen, welche- ohne das eigent-liche Wort Gottes und seiner Gesandten nur gele-sen zu haben, und ohne die mindeste Gabe zu be-sitzen , solches zu verstehen, dafür die Einfälle ihrerschulfüchsifchen Lehrer in aller Welt auskramen.

Und so genau machen es endlich auch unsereJuristen,' welche den ganzen Tag, mit der Wageder Gerechtigkeit in der Hand, an ihrem Pult sitzen,und denen die unglücklich genug sind, sich in irgendeinen Rechtshandel zu verwickeln , um baare Be-zahlung das Gesetz en steruil verkauffen welches sieniemals gesehen, und dessen Urheber sie bisweilenkaum dem Namen nach kennen. Aber am Ende er-fahren die Partheyen meist zu späthe, daß man sienicht nach den Gesetzen geführt, sondern um ihrgutes Geld in Schlingen und taufend Verdruß ver-wickelt habe.

Das sind nun die Leuthe, welche die welühe Ju-gend unterrichten; das sind Italiens Lichter, diedem Gewissen alles Volks, und leyder auch der