Buch 
Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
Entstehung
Seite
223
JPEG-Download
 

S22 H O-

Fürsten Vorsteher;, und damit Staat und Kirchebeherrschen sollen. Fügen wir dann dieser räudi-gen Heerde nach das Geschlecht derer Pedanten bey,welche eben auch in unserm Welschland auf nenbe-hauenen Steinen alte Inschriften , und in verfalle-nen Cloaken Spuren von Amphitheatern finden wol-len; oder die sich über die classischen Schriftstellerhermachen, solche verstümmeln, und taufend So-phrstereyen brauchen, um einen neuen ungernthenenEinfall auszuhecken: Daß z. E. die Griechen vonden Italienern abstammen, und darum die griechi-sche Sprache eine Tochter der welschen sey. (*) ;die Euch ein lautes, tolles Geschrey über ein Wortoder eine Phrasis aus dem Tibull, Horatz, odersonst einem lateinischen Dichter ( denn, wohlverstan-den , die Griechen sind für uns Welsche ein Super-heiligthum das man nicht berühren darf) zu ma-chen wissen : Wenn wir, sag ich , unsern abge-schmackten Dichtern, unfern niederträchtigen Red-nern, ungereimten Theologen, und menschenfeind-lichen Rabbulisten, die ebenbenannten eckelhaften

<*) Der Herr De Ihre behauptet, giebt den Grie-chen und ihrer Sprache einen andern Ursprung, undläßt sie nämlich von den Gothen herstarnmen: Ob-gleich nun diese Hypothese so gut ein Hirngespinst seynmag als jene, so hat doch der gelehrte Schottländerseinerseits den alten Schriftstellern minder Gewalt an-gethan, und nicht so viel Trugschlüsse, aber destomehr Wissenschaft angebracht als die, welche dieseEhre den Etruscern zutheilen wollen.