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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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224
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Pedanten beygesellen, so habt ihr alle GattungenViehes, die in unsern gelehrten Stall gehören, aneinem Haussen beyeinander: Was Wunders denn,wenn die Wissenschaft der Lernenden nach einer sol-chen Schule riecht. Aus allem bisdahin gesagtenwerden Sie indessen, liebster Giuseppe! leicht schließsen können, daß ich unter dieser gemeinen Heerdedes welschen Parnasses jene verehrungswürdigeMänner nicht verstanden wissen will; jene kleineauserlesene Gesellschaften gelehrter Meyländer, Ve-netianer, Napolitaner, welche unter der Anführungeines Firmians, eines Felino, eines Tannucci, wieMeerpflanzen auf den Bergen, als ein Wunderblühen; durch welche eines Tags, (wenn änderstdie allgemeine Verwüstung sie nicht ersticken kann)Italien von neuem seinen ehevorigen Glanz erhal-ten soll, da ein Livius, ein Sallust, ein Cäsar dieGeschichte schrieb; da die Virgile und Horatze dich-teten ; die Cicero und Hortensius perorierten; einSulpttz die Gesetze erklärte, und Cato über dieSitten wachte. Jetzt aber, und so lang noch jenergarstige Hausse, und zwar in so ungleichem Ver-hältniß an Macht und Anzahl, solche Männer vongeprüfter Einsicht und Nechtschaffenheit überwieget;so lange erstere mit ihren räuberscheu Klauen ganzItalien festhalten; solange sie Ansehen genug haben,allen guten Köpfen hinderlich zu seyn, oder sie zuverderben, so lange wird das Vaterland in demunseligen Abgrund bleiben, worein wir es gegen-wärtig versunken sehn; da nämlich alle öffentlichen