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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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266
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Verdienst, als schöne Worte und schimmernde Aus-drücke; die Sachen hingegen, von welchen sie han,dein, betreffen entweder Kinbereyen und Kleinigkei-ten , oder aber unsittliche und unwürdige Gegenstän-de oft beydes zusammen. Das war doch nichtder gewöhnliche Ton der Griechen und Römer,und ist es auch in unsern Tagen nicht bey denFranzosen, Engelländern und Deutschen. Die ver-ächtliche niedrige und unanständige Denkart' wel-che unsere Jugend in der Schule bekömmt, hatindessen auf ihr ganzes künftiges Betragen einen un-seligen Einfluß; und es ist doch nicht möglich, daßMenschen , denen der Kopf von ihrer Jugend anmit Erzählungen von Nesteiknüpfen und Zaubereyen,von Huren und Hmenhistörgen, von Betriegern undVetriegereysn, von Mönchen und Andächtlern, vonfalschen Wundern, von närrischen Verliebten, vonplatonischer Liebe, von der lächerlichen EroberungJerusalems, von den herzbrechenden Unternehmun-gen des grossen Rolands und andern ähnlichen-chelgen angefüllt wird, von welchen die sogenann-ten prosaischen Erzählungen von Florenz, und an.dere alte und neue Schriften von dieser Gattunghandeln; es ist, sage ich, nicht möglich, daß sol-che Menschen jemals den Muth bekommen, sich ausdem Koth zu erheben, worinn sie versunken sind,und sich mit hohem und der Menschheit würdigernGegenständen zu beschäftigen. Es muß also eine derfürnehmsten Bemühungen deS obengedachten Lehr-ituhls diese seyn , unserer Jugend bey Zeiten Haß