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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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und Abscheu gegen den grösser» Theil derjenigen«nlcr unserem vaterländischen Schriftstellern beyzu.bringen, welche man in den schönen Wissenschaftensonst für die besten haltet.

Dieses Fach der Wissenschaften müßte für Ita-lien neu, reich und wichtig werden : Neu, wellunser Vaterland bis jetzo nur von geschmacklosenLehrmeistern beherrscht, noch keinen Mann herfüvgebracht hat, der die schönen Wissenschaften ausihren wahren Grundsätzen gelehrt hätte: Reich undweitläufig, da die Grundsätze dieser Wissenschaftenvon Aristoteles, Horatz, Quintilian und Longin beyden Alten, und unter den neuern voll Vida, Boi-lean, Bouhvms, Rapin, Dübos, Bateup, Home,Gerard, Bodmer, Breitinger, Baumgarten, Schle-gel, Ramler, Moses, Lesslug, Hagedorn, Klotz,Winkelmann, Riedel und andern Schriftstellern be-nachbarter Nationen mit so viel Fleiß und Einsichtausgefunden und erklärt worden sind; und die zurErklärung der crüischen Regeln nöthige Beyspielevon falschem Geschmack liefern unsere vaterländi-scheil Schriftsteller aus allen Zeitaltern zu taufenden.Auch muß das Studium der schönen Wissenschaftenfür Italien höchst wichtig werden; denn nichts istauffallender bey uns, als eben der Mangel des gu-ten Geschmacks in denselben ; die Errichtung einesLehrstuhls für die Theorie der schönen Wissenschaf-ten würde insbesondere einen mächtigen Einfluß aufunsern Geschmack haben , in welcher die Italienerdermal an Ungereimtheit der Erfindung, an Unan-