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Von einer Reformation in Italien : oder von den Mitteln, die gefährlichsten Missbräuche und die schädlichsten Gesetze dieses Landes zu verbessern / [Karl Antonio Pilati]
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282
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Sie ist aus der zwey und dreyssigsten Predigt.Hier giebt sich der Mann die Mühe zu beweisen ,daß jeder, wer da will, zu dem höchsten Grade derHeiligkeit gelangen kann, und dazu sey nichts nöthig,als sich zu gewöhnen, Gott immer mehr zu dienen,bis man in diesem Dienst eine solche Fertigkeit er-langt habe, daß uns derselbe, so zu sagen, zur Na-tur geworden sey- Der Gedanke ist zwar gemein;denn bey unserm berühmten Prediger finden Sie keineGedanken, die über das alltägliche hinausgehen;aber es ist wahr, und man müßte sehr unwissendseyn, wenn man die Wahrheit desselben nicht ohneeine weitläufige Erklärung einsehen könnte. Es waralso nicht nöthig diese Sache weitläufig zu beweisen,und er hätte darauf bauen können, ohne dieselbeerst durch überflüssige Stützen zu versichern. Mitallem dem hätte ich ihm bey seinem Hang zu schwa-zen, gerne gegönnt einen erwiesenen Satz zu bewei-sen; aber denn darf ich wenigstens vernünftige,nicht schaafsmässige Beweise erwarten und fodern:Diese Beweise hätten doch mit der Sache in Ver-bindung stehen, und ein wenig mehr Beziehung aufdieselbe haben sollen, als der Mond auf die Krebsehat. Doch das war seine Sache niemals, wederda, noch in seinen andern Schriften; genug wennEr was zu schwatzen hat, um anders bekümmerter sich nicht. Hören Sie also wie er beweiset;Wer ist unter Euch, sagt Er, der nicht darübererstaunen muß, wenn Er ein schnelles Rehe siehet,»»welches Bergan läuft, und selbst im leichten SaM