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dleftr Kayser im höchsten Grade unbeständig war, undsich in die Händel der Geistlichkeit mit grösserm Eifermischte, als es sich mit der kayserlichen Würde unddem Wohl des Staats vertrüge, so änderte Erauch über diesem Punct seine ehmalige Mevnung,und führte eine gefährliche, und für seine Nachfol-ger so wohl, als für andere Fürsten und Staatenäusserst verderbliche Neuerung ein, deren Geschichteich folgender Maaßen von einem meiner Landes-kute belchrieben finde. (*)
„Der erste, welcher die Geistlichen vorn weltli-chen Richter freysprach, war der Kayfer Iustinian.In seiner neuen Staatsordnung 8;. befahl er, daßPriester und Mönche in Geld - und Ctvilsachen al-lererst vor dem Bischofs belangt werden sollten;wenn aber dieser den Fall zu schwierig finden wur-de, so sollte es dannzumal der» Partheyen erlaubtseyn, für den weltlichen Richter zu kehren, derdenn in möglichster Geschwindigkeit, und ohne diegewöhnlichen Formalitäten, die Sache entscheidensolle, damit die Geistlichen nicht zu lange von denGeschäften und dem Dienst der Kirche abgehaltenwerden. In Ansehung der peinlichen Händel hatIustinian einen Unterschied zwischen Verbrechen ge-macht , welche einig gegen die Kirche begangen wor-den , und denen, welche gegen die gesellschaftlicheOrdnung streiten: Letztere betreffend, verordnete Er,daß die Untersuchung und Urtheil darüber, wenndie Sache Priester oder Mönche beträfe, von welt-
(*) Rtüellioni äi un It-rlirmo