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will, ist nicht zu begreifen: Posen liegt ziemlich imMittelpunkte des Herzogthnms, ist selbst im Besitzvieler Alterthümer und einer großen polnischen Bi-bliothek , würde als größere Stadt dem Bereine vieleMitglieder zuführen, die so wegen der Entfernungnicht bcitreten können, würde viel eher ein geeignetesVocal für die Sammlung darbieten rc. rc. DerGrund dieser unpassenden, höchst unzweckmäßigenWahl scheint demnach nur darin zu liegen, daß derVerfasser des Entwurfs zu den Bereinsstatuten inrn Nähe von Samtcr wohnt, und es ist vielleichtnoch zu hoffen, daß Posen dennoch zum Versamm-lungsort des Vereins bestimmt werden wird. —
ch Berlin, Ende Juni. Wie es beim Beginneiner neuen Regierung immer zu geschehen pflegt,daß man gleich in den ersten Wochen ihre leitendenGrundsätze entwickelt vor sich liegen sehen möchte, sogeht es auch hier. Es wird mit ungeduldiger Begieraus Handlungen gewartet, und jeder Schritt und Trittdes neuen Souverains gedeutet und ausgelegt, voneinem Jeden nach seinem Wunsch und Interesse. Wasnun die allgemeinen Principien betrifft, so sind sieeigentlich durch die Veröffentlichung des Testamentesschon dargethan; Friedrich Wilhelm I V. macht dadurchdie Politik seines Vaters im Wesentlichen auch zuder seinigen; die Einleitung, welche er dieser Publi-cation voranschickt, ist aus seiner eigenen Feder ge-flossen; Einige nannten Stägemann als den Verfasser,aber die Art des Ausdrucks mußte wohl sogleich über-zeugen , daß solche Worte sich einem Monarchen nichtunterlegen lassen, daß sie in dieser Weise nur ausdem eigenen Innern fließen können; sie sind der freieErguß herzlicher Empfindung, das ist ihnen anzuse-hen. Wenn nun aber auch der Sohn im Allgemei-nen „ den Weg des Vaters gehen" mag, wie Fried-rich Förster in der Rede sagt, mit welcher die könig-lichen Theater am 25. Juni wieder eröffnet wurden,so ist doch nicht zu zweifeln, daß er, der einer jün-geren Generation angehört, Einzelnes aus anderemGesichtspunkte betrachten, daß ihm Manches nur als
eine gerechte Forderung der vorgerückten Zeit erschei-nen wird, was der ältere Mann, der mit seinenIdeen im vorigen Jahrhundert wurzelte, als Neue-rung von sich wies. Und es empfiehlt ja selbst derkönigliche Greis, doch auch nicht mit zu großer Vor-liebe am Alten festzuhalten.
Worauf man zunächst gespannt ist, und worinman eine erste Andeutung der Zukunft wird findenwollen, das ist die Ernennung des neuen Ministersder geistlichen und Unterrichts - Angelegenheiten. Au-ßer den früher schon bezeichneten Namen für diesen inPreußen so wichtigen Posten werden jetzt noch Alexan-der v. Humboldt, Bodelschwingh, Bötticher und Ban-sen genannt. Das Publieum ist geschäftig genug,Candivaten aufzusuchen. Der König, der, wie ver-lautet , jede Richtung in der Wissenschaft sich unge-hindert will entfalten lassen, wird gewiß einen Sol-chen auswählen, der allen politischen, religiösen undSchul - Parteiungen fern geblieben ist. Ob der FürstWittgenstein aus seiner Stellung als Minister desHauses ausscheidet, scheint noch nicht so gewiß wieman anfangs glaubte, und der König begegnet denalten Dienern seines Vaters mit solcher Aufmerksam-keit, daß diese sich, soweit es in ihren Kräften steht,gewiß lebhaft aufgefordert fühlen müssen, auch demSohne noch ferner ihre Dienste zu weihen. Neulichwollte der Monarch die Berathung mit seinen Mini-stern in der Wohnung des Grafen Lottnm abhalten,weil er von dessen Unpäßlichkeit gehört; der Ministerkam dieser Herablassung jedoch zuvor, indem er früh-zeitig nach dem Schloß eilte. Ueberhaupt wissen Alle,die vor dem neuen Souverain erschienen sind, dessenleutselige und gemüthliche Freundlichkeit nicht genugzu rühmen. Die Akademie der Wissenschaften und dieder Künste sind in corpore von Sr. Majestät em-pfangen worden, die Universität schickte eine Depu-tation. Im Namen der ersten Körperschaft führteProfessor Böckh das Wort, im Namen der zweitenProfessor Tölcken, im Namen der dritten der Rector,Professor Twesten. Alle drei Reden, von denen nurdie erste abgelesen, die anderen Leiden frei gehalten
wurden, beantwortete der König sehr huldreich, unoman freute sich besonders, aus seinem Munde zuhören, daß er stets bemüht sein werde, die ausge-zeichnetsten geistigen Kräfte und Talente des ganzenDeutschland für Preußens Universitäten zu gewinnen,und daß er, sollte er seiner persönlichen Neigung fol-gen, für die Kunst eher zu viel, als zu wenig thunwürde, fpeilich aber werde nicht jeder seiner Wünscheerfüllt werden können, denn man müsse sich nach derDecke strecken.
Schauspiel und Musik haben am 24. Juni ihreTrauer abgelegt; doch wurden die königlichen Theatererst am 25. wieder eröffnet, da am Tage vorher nocherst das Andenken des verewigten Königs von densämmtlichen Mitgliedern der königlichen Oper undCapelle durch eine Kirchenmusik gefeiert wurde. EinPsalm von Gluck, erhaben, doch etwas monoton, dasRequiem von Mozart, dieser unsterbliche Schwanen-gesang des größten Meisters der Töne, und das präch-tige, in himmlischer Freudigkeit aufjauchzende Hal-leluja aus Händel's Messias wurden unter Spon-tini's Directiou in der Garnisonkirche mit feurigerEnergie ausgeführt. Die königlichen Schauspiele soll-ten eigentlich mit Naeine's Athalia, neu von Nau-pach übersetzt, wieder beginnen; doch wurde späterbeschlossen, die Eröffnung ganz so, wie nach demTode der Königin Louise, stattfinden zu lassen; auchdamals waren vorher die obigen drei Musikstücke auf-geführt worden, und dann war die Darstellung derJphigenia von Goethe gefolgt. So geschah es nunjetzt wieder, und die Theater-Vorstellung wurde durchzwei Sätze aus Beethovenschen Symphonien undeine von F. Förster gedichtete und von Mad. Crelin-ger gesprochene Rede eröffnet, aus der wir hier ei-nige Stellen mittheilen würden, wenn sie nicht schonim Druck erschienen wäre. Auf dem königstädtischenTheater gab man als erste Vorstellung Holtei's Le-nore, in welche Herr Genee, als Ziethenscher Husar,einige auf den Tov des Königs bezügliche Verse nachder Melodie des Mantelliedes eingelegt hatte, diesehr zum Herzen sprachen.
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Leben und Thaten Emerich Tököly's
und seiner Streitgenossen.
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Der Verfasser rollt uns in diesem Werke ein charaktervolles Bild einesVolkes auf, das in alter und neuer, ja neuester Zeit die Aufmerksamkeit Eu-ropa's in vielfacher Beziehung erregt hat. Dichtung und Wahrheit ist indieser durch dramatische Behandlung belebten Darstellung innig verwoben, undzugleich geschichtliche Wahrheit mit echt nationaler Charakterzeichnung auf dasglücklichste vereint. Großes Interesse dürfte diese Schrift auch in sofern erre-gen, als sie den unserer Zeit wieder mannigfach bestrittenen Werth des Pro-testantismus und die hohe Nationalkraft eines edlen Volkes im Kampfe fürseine geistige Freiheit zur lebendigen Anschauung bringt.