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wahrend der traurige, zu allen Jahreszeitenwiederkehrende Manuscriptkrebs ihnen auchin den Monaten mit dem R allen Krebsge-schmack nothwendig verderben muß.
3. Die ganze briefschreibende Menschheitwird gewinnen. Denn sie kann sich dann dasVergnügen machen, um eines und desselbenGeschäfts willen, das sie bei jetzigem hohenBriefporto mit einem einzigen Briefe abmacht,künftig, nach Maßgabe der Herabsetzung desPortos, für dasselbe Geld 3 bis 4 Briefe zuschreiben, ohne etwas mehr dabei zu verlie-ren, als die darauf zu verwendende Zeit.Kann aber diese wohl als ein wirklicher Ver-lust betrachtet werden, so lange wir die ganzeMenschheit tagtäglich mit -Anstrengung undgroßem Kostenaufwands sich abmühen sehen,um sich nur die überlästige Zeit zu vertreiben?und ergiebt sich nicht durch dieConsumtion derohnedies so überflüssigen Zeit mittelst über-flüssigen Briefschreibens, sogar noch eine Er-sparniß an den zeitherigen Vergnügungskosten,
während das ermäßigte Porto jede Erhöhungdes Briefportoconto's beseitiget?
4. Endlich müssen, durch die so aufs Aeu-ßerste steigende Briefzahl, zwar nicht in Bezugauf andere Consumtibilien, aber gewiß in Be-zug auf Dinte, Galläpfel, Federn, Gänse, Papierund Lumpen, in Kurzem die unerhörtesten Con-junctiven entstehen; ja ich sehe offenbar, beider Knappheit der Vorräthe, neben dem seit40 Jahren schon als hereinbrechend angekün-digten Holzmangel, im Hintergründe noch ei-nen Lumpenmangel auftauchen, wenn nichtglücklicher Weise die Menge unserer industriel-len und industrieusen Actienunternehmünzenjede Aussicht auf einen Mangel an Lumpenund Maculatur wenigstens für die nächste Zu-kunft zu beseitigen vollkommen geeignet wäre.
Hiermit schließe ich dieses mein Briefpost-reformbüchlein , als mein neuestes Werk, mitdem ich, glücklicherweise nicht in den unter 2bemerkten Fall kommen kann, da ich es un-frankirt absende, und es statt der Rücksendung
zum unmittelbaren Feuertode verdamme. Ichsehe es daher nur gedruckt, oder gar nicht, amwenigsten aber je als Krebs wieder, und binalso meinerseits bei der Briefpostreform ganzunbetheiliget, so daß, was ich etwa durch gegen-wärtiges Opus dafür gethan habe, lediglich zumBesten der leidenden Menschheit geschehen ist.
Für mich habe ich nur noch einen Wunsch;er betrifft mögliche künftige Recensenten dieseswichtigen Werkes, wodurch, wie ich zuver-sichtlich glaube, nur einem längstgefühltenBedürfnisse abgeholfen wird. Alte Recensen-ten sind gewöhnlich, wie alter Käse, um sobissiger, je alter sie sind; sei es, daß die langeGewöhnung es so mit sich bringt, oder daß sie,weil sie die Sünde verlassen hat, die Pro-ductionskraft auch an Anderen verdammlichfinden. Darum, wenn es überhaupt einenRecensenten finden muß, bitte ich um einenjungen Recensenten, dessen Gefühl für diegegenwärtigen großen Leiden der briefschrei-benden Welt noch nicht abgestumpft ist.
(^nsiündigitttgen.
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Bei Georg Heubel in Hamburg ist erschienen und in sämmtlichenBuchhandlungen Deutschlands und des Auslandes vorräthig:
Wilhelm Waiblinger's
gesammelte Werke,
mit des Dichters Leben
von
H. v. Canitz.
Nebst Bildniß und Facsimile. 9 Bande. 5 Thlr. 6 Gr.
Rechtmäßige Gesammtausgabe.
Wohl noch nie haben die Werke eines Dichters so schnelle Anerken-nung gesunden als die Waiblingers. Nach einer sturmbewegten Jugend, derwir, außer seinen Griechenliedern, Phaeton, seine Erzählun-gen aus Griechenland und anderes verdanken, ging er in das Land sei-ner frühesten und sehnlichsten Wünsche — nach Italien, wo er seine Lorbeerenpflückte. Von dort aus beschenkte er sein Vaterland mit dem TrauerspieleAnna Bullen, den Blüthen der Muse aus Rom und manchenNovellen und Erzählungen heitern und humoristischen Inhalts, andie sich noch so manche weniger bekannte aber nicht geringere Aufsätze, meistüber sein Reisen im Lande des ewigen Frühlings, reihen.
Diese sämmtlichen Schriften erscheinen hier zum erstenmale geordnet undgesichtet, vermehrt mit noch manchem Interessanten aus seinem Tagebucheund Mittheilungen seiner Freunde, was noch nicht gedruckt war.
Der Inhalt dieser neun Bände ist vollständig folgender: Vorrede, Waib-linger's Leben. — Die Britten in Rom, Novelle. —> Fran-cesco Spina, Erzählung. — Das Abenteuer von der Sohle,Anecdote aus dem Leben des Dichters. — Das Mährchen von derblauen Grotte. — Das Blumenfest, Novelle. — FriederichHölderlins Leben, Dichtung und Wahnsinn.— Die heiligeWoche, Charaktergemälde aus Rom. — Drei Tage in der Unter-welt. — Rosa Taddei. — Aus Waiblingers Tagebuche.—>Anna Bullen, Trauerspiel. — Die Nacht in St. Peter, Frag-ment. — Sinngedichte und Epigramme.— Erzählungen ausder Geschichte des jetzigen Griechenlands (1826). — Liederder Griechen. — Blüthen der Muse. — Wanderungen inItalien. —
Ludwig's Geschichte der legten 50 Jahreist nunmehr in 3 Bänden vollständig erschienen!
Bei Unterzeichnetem ist der 5. Band der
Geschichte
der letzten fünfzig Jahre
vom Rath Dr. C. Fr. E. Ludwig,gr. 8.
erschienen, und damit dies ausgezeichnete und interessante GeschichtSw erkvollendet.
Von hoher Wichtigkeit und eigenthümlichem Interesse ist vorzugsweise derfünfte Band, der über die folgenreichen Ereignisse des Zeitraums von 1804bis 1814 nicht nur philosophisch-historische Ansichten, welche dem Freundeder Geschichte mannichfachen Stoff zum Nachdenken darbieten, sondern auchneue Aufschlüsse über die Thatsachen selbst enthält. Dahin gehöreninsbesondere viele Details und Berichtigungen, welche die militairische und poli-tische Laufbahn Sr. Majestät des jetzt regierenden Königs von Schwedenund den großen Antheil betreffen, welchen dieser Monarch als Marschall Berna-dotte, später Prinz von Ponte-Corvo, an den Erfolgen der beiden österreichischen,sowie des preußisch-polnischen Krieges hatte; insbesondere aber wird daraus derStandpunkt klar, auf welchem derselbe im Jahre 1812, 1813 und 1814 alsKronprinz von Schweden stand und handelte, so wie der tief eingreifende, mandarf wohl sagen, entscheidende Einfluß, den er auf den Gang und den Erfolgdes Befreiungskrieges ausübte. Diese Data sind überall mit Aktenstücken belegt,die als Beilagen dem Werke beigefügt sind. Daß sie aus amtl i cher Quell eflössen, spricht sich für jeden unbefangenen Leser aus und der Verfasser kann ihreAuthenticität verbürgen und beweisen, autorisirt, zu jeder Prüfung auf-zufordern, ohne Gefahr, seine aufgestellten Behauptungen widerlegt zu sehen.
Um die größtmöglichste Verbreitung dieses für jeden gebildeten Deutschenwichtigen Werks zu erleichtern, soll dasselbe noch zum Subskriptionspreis —alleöBände completzu 5 Thlr. 12 Gr. — abgelassen werden, wo-für es in sämmtlichen Buchhandlungen Deutschlands, Oesterreichs, der Schweizu. s. w. zu haben ist. Später tritt der Ladenpreis von 8 Thlr. 6 Gr. unab-änderlich ein.
I. F. Hammerich in Mona.