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Allgemeine Revue der einheimischen und ausländischen
Literatur- Völkerzustände.
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MZ33.
(Ausgegeben am 23. Juli 1840.)
Verlag von I. F. Hammerich in Altona. ^
OvLa va rnaL ).
Als in Friedrich Wilhelm leiserSchon der Puls des Lebens schlug,Neigte sich der RussenkaiserAn das Sterbebett und frug:
Wie der Leidende sich fühle?
Da erklang vom KrankenpfühleJener Stimme matter Schall:
6ela va mal.
Wort von traurigem GewichteAus des guten Königs Mund;
Motto unserer Geschichte,
Die ein Sterbender verstund;
Ahnend in des Todes NäheKlang es als ein tiefes WeheVon der deutschen Dinge Fall:
6eta va mal!
Deutsches Herz, was soll dich trösten,Wenn dein stilles Hoffen bricht,
Da ein König, von den besten,
Scheidend solche Worte spricht?
Aus des Lebens Sturm und KlippenGeht er in das Sternenall,
Das Gestandniß aus den Lippen:
6e1a va mal !
Füllen möcht' ich hundert UrnenAus dem trüben Strom der Zeit,
Unsern mächtigen SaturnenAls Libation geweiht.
Aber auf den PrachtgefäßenSollten sie die Worte lesen,
Tiefer Seufzer Widerhall:
Oela va mal.
*) Ein Correspondent der leipziger allg. Zeitungvom 11. Juni berichtet: es seien dies die letztenMotte Friedrich Wilhelms gewesen, welche er um dieMittagsstunde am 7. I. auf die Frage des russischenKaisers: commeitt cela vs-t-!I? geantwortet.
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Wohl! in allgemeiner BeugungEhrt der Wahrheit Testament,
Die aus tiefer UeberzeugungNiemals gut das Schlechte nennt.Was der edle Fürst gesprochen,
Eh' sein Aug' im Tod gebrochen,
Sei der Spruch jetzt uns'rer Wahl:6ela va mal!
Hofft, daß einst durch diese ThräneSchimmern werde Tag und Licht,
Daß vielleicht der Sohn der SöhneEinst zu seinen Brüdern spricht:
Laßt uns Dank dem Himmel sagen!Trübe ging's in alten Tagen,
Denn die Väter seufzten all:
6ela va mal!
Reifescenen aus Niederfchlefien.
i.
Der Vorfrühling war gekommen, und ichverließ Breslau. Zum Nicolaithore hinausführt dort die Straße nach der Mark und Sach-sen, die Hauptschlagader, durch welche dasübrigens vom Slaventhum umzogene Schle-sien mit dem deutschen Leben zusammenhangt.— Links erinnert eine amerikanische Wind-mühle, wie sehr sich bisher die alte Welt vonder neuen in der Mechanik überflügeln ließ;rechts eine an der Chaussee flehende Stein-säule an eine breslauer Volkssage. Sie er-zählt: einem im Morgenlande gefangenen Rit-ter träumte von der Untreue seines Weibes inder Heimath, und er ergab sich dem Höllen-fürsten, wenn dieser ihn noch vor dem ersten
^ Druck von B. G. Teubner in Leipzig.
Hahnkrähen nach Breslau brächte. Ein un-geheuerer schwarzer Hahn, dem Reiche derFinsterniß entsprossen, diente dem Eifersüch-tigen zum Ritt durch die Lüfte; in der Näheder Stadt, eben auf der Stelle der heutigenSäule, witterte der Hahn bereits Morgenluft,und krähte. Somit war das höllische Spielverloren und der Ritter gerettet, welcher nunjenes Denkmal errichten ließ. Man sieht wirk-lich an den vier Seiten des Knaufes die Bild-werke eines Reiters, eines Hahnes, des Ge-kreuzigten und das breslauer Stadtzeichen VV.Ohne Mühe entnimmt man dabei aus der Fa-bel die alte kernige Moral; über die Säuleaber ist historisch nichts vorhanden. Wahr-scheinlich diente sie als Markzeichen für fest-liche Wettrennen, welche in alter Zeit vor die-sem Thore gehalten wurden.
Einen freundlichen Gesichtspunkt giebtrechts drüben das Oderdörfchen Pöpelwitz mitseinem schönen Kaffeehause, einem der bestenGesellschaftsplätze Breslaus. Das sogenannteSchlößchen in dessen Nähe, seit 1824 neuerbaut, errichtete im Anfange des 18. Jahr-hunderts Franz Ludwig, Psalzgraf von Neu-burg und Bischof zu Breslau. Späterhin triebhier der berüchtigte Räuber Mandube mit sei-nen Gesellen sein lichtscheues Handwerk, wel-ches der damals noch dichte Wald begünstigte.Es war in der ersten Hälfte des vorigen Jahr-hunderts, also nicht gar lange vor der preu-ßischen Besitznahme Schlesiens, und es ist keinerfreulicher Maßstab für die damalige Polizei-verwaltung, daß diese Bande in der Nähe einerso großen Stadt längere Zeit bestehen konnte.