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und der Gesundheit nachteilig ist. Der Neubau solltedas Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Es wur-den bedeutende Summen dazu bewilligt und das Ge-bäude steht bald vollendet da, was aber, wie bei sovielen schönen Gebäuden Hamburgs, auch hier ver-mißt wird, ist ein großer freier Raum rund umher,damit man einen Totaleindruck des Gebäudes erhaltenkann, ohne einen steifen Stacken zu riskiren, der nichtselten erfolgt, weil der Kopf des Beschauenden zurück-gebogen wird, wenn das Beschauende zu nahe liegt.Die anliegenden Platze wurden zur Privatbenutzungvon der Stadt verkauft, um einen Theil der Kostenzu decken, eine Maßregel der Finanz, die jeder Ver-nünftige billigen muß, nur hatte man die Vorsichtgebrauchen sollen, den Käufern wenn auch nicht dieForm, doch die Höhe der zu erbauenden Häuser anzu-geben. Es sind jetzt neben der Börse Privathäusererbaut worden, die, eben so hoch wie sie selbst, sie nie-derzudrücken scheinen, was fast wie eine Anspielungaussieht auf den Grundsatz, das Privatintereffe stehehöher als das allgemeine, ein Grundsatz, der sichhier auch zuweilen geltend machen soll. Auch überden neuen Hafenbau hört man allgemein klagen,weder Plan noch Ausführung soll dem Bedürfniß ent-sprechen und man hat sich genöthigt gesehen, von derholländischen Regierung einen Wasierbaukünstler zu er-bitten, was auch, den öffentlichen Blättern zufolge,bereitwillig gewährt wurde. Nicht bekannt ist es ge-worden, ob dieser blos für das Nachsehen des Hafensoder auch zur Auffindung von Mitteln, dem Versan-den des Hafens vorzubeugen, Herberufen worden ist,da man hier nur bis jetzt mit Palliativmitteln, mitAusbaggern, gegen das täglich wiederkehrende Uebelgekämpst hat, bei solchen Fällen aber wohl größereStrombauten, besonders oberhalb des Hafens, erfor-derlich sein dürften. Solche Nebelstände und Rügenwären zu vermeiden gewesen, wenn das Baudeparte-ment vollzählig wäre, wie es nach Rath- und Bürger-schluß von 1814 sein soll. Es fehlen aber darin schonseit vielen Jahren der Stadtbaumeister, der Stadt-ingenieur , der Stromdirector und der Grenzinspector,deren Stellen vacant sind; die Deputirten des Senats,der Kammer und der Bürgerschaft sind freilich vollzäh-lig , daher das Nebergewicht der Finanz über die In-telligenz. Auch die republikanische StaatSverfaffnnzhat ihre Mängel und vielleicht noch größere als diemonarchische, da sich aber jeder in derselben als Re-genten ansieht, so sucht er sie oft vor Andern und auchvor sich selbst zu verdecken, es kann aber auch nichtanders sein, die vielen Regenten haben eben so vieleSchwächen, als jeder Einzelne unter ihnen Schwächenhat und diese zusammenaddirt — eine große Summe
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*-j- Aus Dänemark, Mitte Juli. DenStänden liegt eine sehr freisinnige Communalordnungzur Begutachtung vor, eben so ein Gesetz über dieVerbesserung der Lage der Juden in den Herzog-thümern, wonach sie mit ihren Glaubensbrüdern inDänemark auf gleichen Fuß kommen, denen nur diepolitischen Rechte fehlen, um mit den christlichen Bür-gern gleich zu sein; in allen bürgerlichen Rechten sindsie es durch die Anordnungen Frederiks VI. schon vor25 Jahren geworden. Für die LandesuniversitätKiel ist durch reichlicher» Fonds gesorgt, ein Crimi-nalgesetzbuch, das wo möglich Gleichmäßigkeit für dieHerzogthümer und das Königreich bezweckt, wird
ausgearbeitet u. s. w. Man sieht hieraus, daß die Re-gierung nicht stille steht, wenn auch nicht im Sinneunserer Ultraliberalen, die durch die Verleihung dernorwegischen Constitution eine mögliche Vereinigungder drei skandinavischen Reiche in nicht zu weiter Fernesehen. Und nicht zu leugnen ist es, daß vielleicht zukeiner Zeit eine solche Hinneigung zu einander stattgefunden hat als jetzt und zwar aus zweierlei Grün-den, aus politischen und literärischen. Die jüngereGeneration hat nun einmal die Ansicht, daß das Ge-meinwohl auf einer Repräsentativverfaffung beruhe,ob mit Grund, gehört hier nicht zur Sache: die frei-sinnigste hat Norwegen, Schweden sucht sich, wie derjüngste Reichstag gezeigt, der früheren Formen zuentledigen und Dänemark kann den Glauben nicht auf-,geben, daß der Verleiher der norwegischen Constitu-tion sein eigen Werk für Dänemark auf ewig sollteungeschehen sein lassen, es möchte lieber wähnen, daßder König, den es für weise und erfahren hält, einengeeigneten Zeitpunkt abwarten wolle, um dann auchfür Dänemark mit der Verfassung hervorzutreten undwas dürfte dann aus Schweden werden? Eine Ver-einigung der drei skandinavischen Reiche würde bei ei-nem etwanigen Zusammenstoßen Rußlands und Eng-lands von großem politischen Gewicht in der Wag-schale des europäischen Staatensystems sein. — Dieliterärische Verbindung ist für die drei Reiche um sowichtiger, weil die Erzeugnisse ihrer Literatoren zusehr auf sich beschränkt sind, ausnahmsweise treibendie Gelehrten anderer Länder die Sprachen des kaltenNordens, das Schwedische selbst ist von dem Däni-schen, das auch in Norwegen Schriftsprache ist, bedeu-tend verschieden; treten die Literaturen in genauereVerbindung, so mischt sich mehr die Sprache und mitihr die sie Redenden. Ein großer Schritt zur För-derung dieser Interessen ist die skandinavischeNaturforschergesellschaft, die alle 2 Jahreumwechselnd ihre Versammlung in einer der drei Haupt-städte hält. Bei der so eben abgehaltenen in Kopen-hagen wurde Schwedens Hauptstadt für 1842 zumSammelplatz bestimmt. —
*** Der Philosophen schul er und dieSatire.
Die Hallischen Jahrbücher theilen überRosenkranz satirische Komödie: das CentrumderSpeculation, eine Beurtheilung mjt, dieaber nur in einem sehr vertraulichen und etwas un-gnädigen Handschreiben des Dr. Rüge au den ProfessorRosenkranz besteht. Rosenkranz hatte in jener freilichzu esoterisch gerathenen Komödie einen Standpunktüber dem Parteigetreibe einzunehmen gesucht, unvwar dabei Philosoph und Dichter genug gewesen, umsich selbst in dem Hohlspiegel seiner Satire abzufangen.Daß Hr. Rüge als 1,60 ru^ieim auch darin vorkom-men durfte, hätte ihm bei seinem gewaltsamen Stre-ben , eine Rolle in der Zeit zu spielen, ganz willkom-men sein müssen. Wenn Rosenkranz auch nicht Ari-stophanes ist, so hätte doch der weise Rüge, der unsseine philosophische Größe so oft an den Kopf wirft,Sokrates genug sein sollen, um sein persisiirtes Bildhier selbst zu beklatschen. Aber der Philosoph ist ineinen ganz unphilosophischen Aerger darüber gerathen,und naset seinen Freund Rosenkranz herum, dem eres sehr verdenkt, daß er nicht nur sich selbst, sondernauch ihn selbst, den großen Rüge, in der Komödie ab-
geschattet. Rosenkranz, der anerkanntermaßen so vielPositives geleistet, durfte dies freilich leichter mit sichselbst wagen, als mit Hrn. Rüge, an dessen wackeligerliterarischer und wissenschaftlicher Existenz nur mitGefahr zu rütteln ist. Was soll man aber dazu sagen,wenn dieser Rüge in seiner pausbackigen Manier, dieimmer ordinairer und grobschrotiger wird, mit einemSeitenhieb es dem Professor Rosenkranz zum Vorwurfgereichen läßt, daß die Evangelische Kirchen-zeitung an jener Komödie denWitz gelobt? Dazumüssen wir noch die halb wohlgefälligen Späße wie-der anhören, die Hr. Rüge diesmal selbst über seinevielbesprochene Salz-Pfännerei (deren reicherBesitzer er ist, und der wir freilich wohl größtenteilsdie Eristenz der Hallischen Jahrbücher verdanken!)zum Besten giebt. Hat man wohl je solche Seifen-blasen in der deutschen Literatur steigen sehen? HerrRüge wundert sich, daß nach seinem protestantisch-burschikosen Kampf gegen Leo noch Leo derHisto-riker übrig geblieben ist. Leo der Historiker wirdübrigbleiben, guter Rüge, ebenso wie die Roman-tik übrig bleiben wird, der Sie durch Ihr bekann-tes Manifest einen so entsetzlichen Schreck in alleGlieder jagten! Was ist nun das Ende vom Lied beidieser unserer Controverse gegen Magister Pausback,den großen Philosophen, dem wir doch eigentlich nurdie Bezeichnung eines Philosophenschülers zugestehenkönnen? Das Ende vom Lied ist, daß es Schade ist,ein Journal, wie die Hallischen Jahrbücher, die an-fangs nur das freie wissenschaftliche Princip vertretenwollten, durch die Eitelkeit und Einseitigkeit ihres Re-dacteurs in subjective Unfreiheit und Willkür, undbannt in die Reihe der ganz gewöhnlichen Streit- undZank-Blätter zurücktreten zu sehen!
In der S chlesinger'schen Buch- undMusikalienhandlung in Berlin ist erschienen:Militairmarsch, componirt von Friedrich II., Königvon Preußen. Wenn dieser Marsch schon durch seineklare einfache und melodiöse Weise einnimmt und zurückversetzt in eine Zeit, wo die Musik, fern von allemGezwungenen, Gezierten und Uebertriebenen, von sichselber nur Musik und Harmonie verlangte, so forderter auf der andern Seite zu der lebhaftesten Theilnahmeauf durch seinen Componisten, den großen Friedrich,der inmitten seiner Sorgen und Staatsgeschäfte seineMuße - und Erholungsstunden auf solche Weise ver-wandte , und hier wie überall sein Genie bekundete.
Wellenschläge. Eine Sammlung vermisch-ter Gedichte von Georges Schirges. Genf,deutsche Buchhandlung von I. Keßmann, 1840.Wellenschläge heißt die kleine Sammlung, weil derDichter sie am genfer See dichtete; nicht die don-nernden Wellen eines Weltmeeres, die murmelndeneines Binnensees hört man; der Wellenschlag istklein und leicht, dennoch sieht man seinem Spiele gernzu und freut sich des Spieles. Da Wellen nicht soganz gleichmäßig an's Ufer rauschen, so wollen wirmit dem Dichter nicht rechten, daß die Verse auchnicht immer so geregelt herankommen, sowie daß Mün-dung und Glätte manchmal vermißt wird, nur denFingerzeig wollten wir nicht unterlassen, auf daß künf-tige Gaben bereitwilliger empfangen werden können.
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