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Allgemeine Revue der einheimischen und ausländischen
Literatur- und Volterzustände.
Herausgegeben von -er Redaction-es Freihafens.
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MZ41.
(Ausgegeben am 20. August 1840.)
Verlag von I. F. Hammerich in Alton«. ^ t von B. G. Teubner in Leipzig.
Inhalt : Deutschland und der deutsche Zollverband. — Geschichte eines Neisewagens (Beschluß). — Vermischte Nachrichten: Aus Hamburg (die Telegra-phenlinie von Curhafen bis Hamburg. Das Bürgermilitair. Die Wettrennen). Aus Stuttgart (das Buchdruckerfest). Aus der Schweiz (die neueAristokratie. Das Schützenfest). .— Aus Schlesien (Schlesische Aussichten). Aus Berlin (die Amnestie für politische Vergehen).
Deutschland und der deutsche Zoll-verband.
Der Kampf, den das Königthum in demMittelalter fast überall mit den großen Vasal-len zu führen hatte, fiel in Frankreich für dasKönigthum aus, und das Reich wurde eins,groß und mächtig. In Deutschland fiel er ge-gen das Kaiserthum aus, und Deutschlandwurde zerstückelt, zerrissen, uneinig.
Zwar der Form nach blieb es das heilige,römische Reich, zwar der Form nach blieb derKaiser Oberherr, und die Fürsten ihm unter-geben, aber der Sache nach waren die Mäch-tigeren vollkommen unabhängig, und schlugensich häufig genug in Kriegen auf die Seite desFeindes deutscher Nation, und des Kaiserhau-ses. Doch hatte von den deutschen StaatenOesterreich allein den hauptsächlichsten Einflußauf Deutschland.
Im Innern hatte sich, aus der ursprüng-lich germanischen Markgemeinde und Markge-nossenschaft, das Institut der Landtage undLandstände entwickelt, denen seit den ältestenZeiten das Steuerbewilligungsrecht zustand,und die sogar häufig die Cassen verwalteten.In Bezug auf andere Gegenstände hatten siezwar nur eine berathende Stimme, doch legtensie jeden Landtag die „Landesgebrechen" derRegierung vor, und dieselben wurden aufdenLandtagen „erledigt."
Als die französische Revolution erschien,und die einigen Franzosen zu wiederholtenMalen gegen Deutschland heranstürmten, dabrach das morsche Gebäude zusammen. ImJahre 1806 fiel das heilige römische Reich, undaus Deutschland schied sich Oesterreich, Preu-ßen und der Rheinbund, an den sich 1807sämmtliche deutsche Fürsten, mit AusnahmePreußens und Oesterreichs anschlössen, undsich unter den Schutz des damals mächtigenFrankreichs stellten, welches nicht nur daslinke Rheinufer an sich gerissen hatte, sondernauch, im Jahre 1810, alles Land im nordwest-lichen Deutschland, den ganzen Strich Landesam Unterrhein, der unteren Weser, der unte-ren Elbe, über Hamburg und Lübeck hin bisin das baltische Meer, in Besitz nahm.
Napoleon gab den Fürsten des Rheinbun-des die nominelle Souverainetät, und entbandsie der Mitwirkung der Stände, damit^ie*destoleichter und ungehinderter ihm dienstbar seinmöchten.
Als im Jah're-'IZIZ und 1814 das fran-zösische Joch gebrochen war, dachte man anDeutschlands Regeneration. Der deutsche Bundwurde errichtet und landständische Verfassungverheißen. Sie kehrte auch wirklich in denkleineren Staaten nach und nach wieder, gingaber zumeist in die, dem Zeitgeiste mehr zusa-gende constitutionelle Form über. Nur"O.e-sterreich und Mecklenburg blieben stationair,
Preußen aber, welches anfänglich die land-standischen Verfassungen am meisten bevorwor-tet hatte, hielt bald ein und begnügte sich da-mit, Provinzialstände zu geben, die freilichweit nicht einmal die Rechte der ehemaligenLandstände hatten.
Im Wesentlichen waren nun die kleinerendeutschen Fürsten unter Oesterreichs und Preu-ßens gleichmäßigen Schutz gestellt; aber derganze deutsche Bund blieb nur formal, und,bei ansprechenden Kriegen, würden sich dieVerhältnisse wenig erfreulicher gezeigt haben,als zu Zeiten des h. röm. Reiches. Doch wa-ren sie zu unnatürlich, um so bleiben zu kön-nen. Wenn zweierlei Verhältnisse auf einDritteseinwirken, und jene Verhältnisse we-sentlich von einander verschieden sind, so mußsich das Dritte, früher oder später, nothwen-dig mehr auf eine Seite ausschließlich hinnei-gen; sei es aus Wahlverwandtschaft, sei es,weil die Umstände es so fügen. So ist es auchhier geschehen.
Der deutsche Zollverein, der von Preußenausging, wichtig für die deutsche Industrie,ungleich wichtiger für die deutsche Nationali-tät, die sich dabei, zum erstenmale von demKosmopolitismus, in dem sie verschwamm, zusich selbst zurückkehrend, dem Auslande alsvollkommene Einheit gegenüberstellte, und fürdie künftige politische Haltung Deutschlands,ist das Ereigniß, welches den Wendepunkt