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herbeigeführt und das von dem Pentarchistenfür Rußland in Anspruch genommene Mittel-deutschland Preußen zugeführt hat.
Das materielle Band, welches die indu-striellen und kommerziellen Interessen der ver-einten Staaten und Völker umschließt, wird— so nahe find überall die materiellen Inter-essen mit den geistigen verwandt — zugleichzu dem festen geistigen Bande, welches dienationalen und politischen Interessen der imZollvereine begriffenen Völker umschlingt.
Noch hat er erst wenige Jahre gedauert,und doch hat er bereits auf die Ansichten undMeinungen den entschiedensten Einfluß geäu-ßert. Die materiellen Interessen der Völkerdes Zoltverbandes find so eng mit einandervereinigt, daß jeder äußerliche Angriff auf diemateriellen Interessen des einen Staates ver-letzend auf die materiellen Interessen aller an-deren Staaten zurückwirken muß, und daß schonRücksichten auf die.eigenen Interessen sie be-stimmen muß dem angegriffenen Staate mitallen ihren Kräften zu Hülfe zu eilen.
Auf der anderen Seite hat die Gleichheitder Interessen auch auf die sonst eifersüchtigenund in kleinlichen Richtungen und Sonderin-teressen abgeschlossenen Gemüther versöhnendund erhebend gewirkt, und es ist vielleicht daserstemal, daß sich Deutsche auch in Friedens-zeiten, und nicht blos durch die Faust, Ach-tung und Ansehen anderen Mächten gegenüber,allein durch feste Einigung zu einem Ganzenerworben haben. Die Völker der Zollvereins-staaten fühlen sich näher zu einander hingezo-gen, und gewöhnen sich immer mehr, allesaußer demselben, selbst alle übrigen deutschenLänder, sich mehr als fremd, und von ihnengesondert, vorzustellen.
Aus diesen Ansichten und Nothwendigkei-ten müssen sich thatsächlich manche wichtigeVeränderungen ergeben. Der deutsche Zoll-verein steht im deutschen Bunde gleichsam wieder Staat im Staate, und in dem Maße, inwelchem Oesterreichs Einfluß auf Deutschlandimmer mehr abnimmt, in dem Maße wirdauch der deutsche Bund immer loser und locke-rer werden, und dagegen der deutsche Zollver-band in seinen wichtigen Folgen für deutschePolitik und Nationalität sich immer mehr gel-tend machen, und an jenes Stelle treten.
Unter solchen Umstanden scheint, damit sichseine Wirksamkeit immer großartiger entfal-ten möge, zweierlei wünschenswerth, der An-schluß Oesterreichs und der Beitritt der Staa-ten des nordwestlichen Deutschlands, Hanno-vers, Vraunschweigs, Oldenburgs und Meck-lenburgs, damit ganz Deutschland, von ei-
nem Bande umschlossen, um so herrlicherund mächtiger seinen Widersachern entgegen-treten möge.
Indessen ist ersteres wohl kaum zu hoffen.Noch hat sich Oesterreich nicht dazu entschlie-ßen können, auch nur die nachtheiligen Mauth-linien in seinem Innern aufzuheben; und zwi-schen seinen literärischen Zuständen und po-litischen Ansichten, und denen des übrigenDeutschlands, ist eine Kluft befestigt, die umso schwerer zu überspringen ist, als die vor-sichtige und ängstliche Behutsamkeit, mit wel-cher man jene vor allen Berührungen mit demAuslande zu bewahren sich bestrebt, wenig-stens einerseits schon jeden ernstlichen Willendazu bezweifeln läßt.
Vielleicht auch kommen politische Rücksich-ten dazu, welche Oesterreich den Einfluß aufDeutschland, dessen Verlust dasselbe hauptsäch-lich dazu bestimmen könnte, weniger wün-schenswerth machen. Es hat sich seinerseitsbei der neuen Organisation der Staaten, imJahre 1814 und 1815 , von aller unmittelbarenNachbarschaft mit Frankreich freigehalten, undhauptsächlich Baiern und Preußen zu Grenz-hütern gegen Frankreich bestellt, um sich rü-ckensrei zu machen und seine ganze Kraft gegenden gefährlichen Nachbar in Osten brauchen zukönnen, während jene, die einzigen Staaten,die auf dem gefährdeten linken Nheinufer mitFrankreich grenzen, nothwendig Deutschlandgegen Frankreich vertheidigen müssen.
So lange der deutsche Bund die Haupt-sache bleibt, ist es freilich immer mit zumSchirmherrn Deutschlands gegen Westen beru-fen. Aber wird es nicht, jemehr der deutscheZollverband hervortritt, sich nach und nachdieser lästigen und gefährlichen Schirmherr-schaft mehr und mehr entziehen? und könntediese Ansicht nicht der Grund sein, warum esauf seinen Einfluß in Deutschland selbst nichtden früheren Werth legte? und warum es da-her wenig geneigt wäre, demselben lang fest-gehaltene Ansichten zum Opfer zu bringen?
Wahrscheinlicher ist der endliche Anschlußder Staaten des nordwestlichen Deutschlands,dem dann natürlich auch die drei noch übrigenfreien Städte, wenn ihre ganzen Umgebungensich anschließen, sich eben so wenig entziehenkönnten, als dies im gleichen Falle Frankfurtzu thun vermocht hat.
Man sollte auf diesen Anschluß um so eherhoffen, als die politische Welt durch die näm-lichen Gesetze wie die physische regiert wird,und der schwächere Körper dem Anstoße desstärkeren folgt. Gewiß auch würde dies hierbald geschehen, wenn nicht die eigenen Bezie-
hungen zwischen Hannover und England einersolchen Vereinigung zur Zeit noch, und solange die Herrscherfamilie beider Staaten nichtgesicherte Succession in verschiedenen Zweigenhaben, sondern die eine Linie die andere leichtbeerben, und ihr succediren kann, dem An-schlüsse Hannovers, dem die übrigen Staatenund Städte folgen müßten, mancherlei Hinder-nisse in den Weg legen.
Oesterreichs Einfluß auf Deutschland wirdsich demnach, wenn es sich nicht anschließt,altmälig vermindern, und der preußische Ein-fluß mehr und mehr steigen. Am stärksten wirder sich in Norddeutschland, schwächer in Süd-deutschland äußern, wo Baiern, vermöge sei-ner Größe, noch neben dem preußischen Ein-flüsse auch seinerseits einen secundairen Ein-fluß ausübt, und den preußischen abzuwehrenversucht.
Unstreitig aber wird und muß der preußi-sche Einfluß in dem Maße steigen, in welchemsich Preußen mehr in nationaler und deutscherRichtung, den Anforderungen des Zeitgeistesgemäß, entwickeln wird. Dazu wird es frei-lich auf dem Wege des Geheimnißthums, unddes, von allen bürgerlichen Verhältnissen sichlosreißenden, und in der Abstraktion des Be-griffes Staat aufgehenden Beamtenthums we-niger schnell und entschieden gelangen, alswenn es sich zu der Oeffentlichkeit und zukonstitutionellen Formen mehr hinneigt, diedem auch in kirchlicher Rücksicht beunruhigtenStaate allein eine feste Haltung im Innern,und zugleich größere Sympathien in Deutsch-land verschaffen würden.
So wenig dies nun mit den herrschen-den Ansichten der Beamtenwelt übereinstimmenmag, und so großer Widerstand von dieserSeite her zu erwarten sein möchte, so ist doch,bei der Stufe allgemeiner Bildung, auf wel-cher Preußens Völker stehen, kaum zu erwar-ten, daß es sich der mächtigen Bewegung, diein dieser Beziehung, den umgekehrten Gang derVölkerwanderungen einschlagend, ihre Rich-tung von Westen nach Osten nimmt, auf dieDauer zu entziehen vermöge.
In Spanien und Portugal geht das kon-stitutionelle Princip einem entschiedenen Siegeentgegen, und Frankreich, dadurch in seinemRücken beruhiget, kann es um so besser in sei-nem Innern entwickeln. Rheinpreußen, ringsvon konstitutionellen Staaten umgeben, undvon einer zahlreichen, wohlhabenden und aufge-klärten Bevölkerung bewohnt, neigt sich noth-wendig nach und nach den Nachbarn immermehr zu. Das konstitutionelle System, inHolland mit neuen Erfolgen gekrönt, streckt