Band 
1840, Juli-Dezember.
Entstehung
Seite
619
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591

Antrag annimmt, so haben wir jedenfalls et-was sehr Gediegenes zu erwarten, aber schwer-lich eine vollkommene Lösung dieser Aufgabein dem Sinne, wie es in unserer Zeit wün-schenswerth, ja nothwendig ist. — *

— * Der poetische Nachlaß RosaMaria's, der Schwester Varnhagens vonEnse, erscheint im Hammerich'schen Verlagein Altona, und wird vieles Reizende und tiefGemüthvolle enthalten. — *

— * Holtet empfing für die Auffüh-rung seines Shakspeare in der Hei-math von dem berliner Hoftheater ein Ho-norar von 30 Friedrichsd'or, was mit um somehr Lob und zur Nacheiferung anzuführenist, als die Aufführung nach dem bereitsvor längerer Zeit gedruckten Eremplar ge-schah. — *

Neuigkeiten der Literatur.

Bei B. G. Teubner in Leipzig ist erschie-nen: Arthurs von Nordstern hinter-lassene geistliche Lieder. Der berühmteOberhofprediger Or. von Amm on hat dieseSammlung geordnet, und mit einer Einleitungbegleitet. Das Ganze besteht aus vier Ab-theilungen. 1. Geistliche Lieder allge-meinen Inhalts. 2. Geistliche Lie-der besondern Inhalts. 3. GrößereGedichte. 4. Gesänge für Freimau-rer. Ein tiefer religiöser Sinn, bei einemnicht gewöhnlichen Aufschwung der Ausdrucks-weise belebt diese Dichtungen des dahin geschie-denen Sängers, unter dessen Pseudonymitätsich bekanntlich der ehemalige sächsische Confe-renzminister Nostitz und Jänckendorf dem Pu-blikum darstellte. Die Ausstattung ist sauberund elegant.

Bei Gustav Hecken äst in Pesth isterschienen: Novellen und Erzählun-

gen. Aus den hinterlassenen Pa-pieren der Frau Amalia Bezerüdy.Zwei Bände. Der erste Theil enthalt dreiNovellen: die Pädagogen, die Mäd-chenschule, und d ie Schicksalss chule,welche ein ausgezeichnetes Talent in Schilde-rung von Situationen, sowie eine feine Be-obachtung menschlicher Gemüthszustände undCharaktere an den Tag legen. Doch spielt indiesen drei Novellen das Schicksal fast eine zuhandgreifliche und schulmeisterliche Rolle, unddie heraustretenden Tendenzen find etwas ver-altet, zum Theil im Geschmack lafontainischerFamilienromane. Der zweite Theil enthältzwei Novellen: Die Brautschau und mu -sikalische Bekanntschaften, die, wennsie auch eines tiefern Gehalts entbehren , sichdoch recht fließend lesen, und unter dem ge-müthlichen Theil des Lesepublicums gewiß vielAnklang finden werden. Die Ausstattung istelegant und angemessen.

(^uüüudtguugen.

So eben ist versandt:

Wer Freihafen.

Viertes Quartalheft für 18 L«

Inhalt:

1. Anton Friedrich Justus Thibaut und sein Ver-hältniß zur Musik. Von Joh. Christoph Frei-eisen.

2. Eine Volkssage in Niedersachsen. Von d. F. v. W.

3. Ueberlieferungen und Umrisse aus den Tagen Na-poleons. Von Helmina von Chezy. 3. Friedrichund Dorothea von Schlegel in Paris.

4. Das Ewig-Weibliche. Eine theologische Erörterung derSchlußscene des Goetheschen Faust. Von G. L. W. Funke.

5. Die I ohanniSfeier in Mainz. Von H. König.

6. Deutsche Dampfschifsfahrt und Marine. Von I.H. v. S chomberg - Gervasi.

7. Heine, Börne, oder das sogenannte jungeDeutschland. Bruchstücke. Von Theodor Mundt.

Der Freihafen tritt mit dem Jahre 184 1 seinen Vierten

Jahrgang an und wird auch in diesem mit demselben Aufgebot von Kräf-ten und Mitteln seine durch so vielfache Anerkennung geehrten Bestrebungenfortsetzen. Vierteljährlich erscheint ein Heft, doch kann, um mehrfältigenAufforderungen der Lesevercine und Journalzirkel nachzukommen, der Frei-hafen vorn Jahre 1841 ab in monatlichen Lieferungen bezogenwerden. Diejenigen, welche den Freihafen in monatlichen Lieferungen bestel-len, empfangen am Anfange eines jeden Monats ein Heft von 6^ Druck-bogen. DaS aus 3 Lieferungen bestehende Quartalheft wird in derMitte eines jeden Vierteljahres vollständig ausgegeben, und kostet, in grö-ßerem Octavformat als bisher und in einer erhöhten Eleganz der Ausstattungnur 1 Thckr. 18 Gr. Cour. Der große Beifall, welchen der Frei-hafen in allen Theilen Deutschlands und im Auslande gefunden, das drän-gende Zeitmaterial und die immer reichlicher einlaufenden Mittheilungen un-

serer ausgezeichnetsten Schriftsteller, verpflichten die Redaction und den VerlegerAlles aufzubieten, um diese Zeitschrift immer würdiger und umfassender dar-zustellen.

Folgende Autoren haben in den jetzt vollendeten drei ersten Jahr-gängen des Freihafens Beiträge geliefert.

Varnhagen von Ense.

1. Scheidewege. (Heft l. 1838.)

2. Louise, Herzogin von Bourbon. (Heft II. 1838.)

3. Zum Gedächtniß Adelbert's von Chamisso. (HeftIV.1838.)

4. Die Sylphide. Nach dem Russischen. (Heft I. 1839.)

5. Der Winterabend. Nach dem Russischen. (Heft III. 1839.)

H. König.

1. Erco mmunic at ion. Blicke aus dem Leben in die Zeit.(Heft I. 1838.)

2. Von Pillnitz bis Sonnenstein. (Heft II. 1838.)

3. Schakespear als Verlorner Sohn. Fragment. (Heft IV.

1838. )

4. P usch kin's letzte Stunde. Aus dem Russischen. (Heft II.

1839. )

5. Feierabende. Betrachtungen. (Heft II. 1839.)

6. Krieger und Priester. Erinnerungen und Betrachtungen.(Heft III. 1839.)

7. Johannisfeier in Mainz. (HeftIV. 1840.)

Vr. Strauß.

Vergängliches und Bleibendes im Christenthum.(Heft III. 1838.)

Theodor Mundt.

1. Görres und die katholische Weltanschauung. (Heftn.1838.)

2. Die Verhältnisse der Protestanten in Ungarn.(Heftlll. 1838.)

3. Ueber Julius Mosen's Ahasver. (HeftIV. 1838.)