Band 
1840, Juli-Dezember.
Entstehung
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sogenannten Staatenbanken auf 850, in Eng-land, ohne Schottland und Irland in Anschlagzu bringen, die Zahl der Landbanken auf 800,die Zahl der loint Stock dank«, die erst seit1826, als die Bank von England auf ihr frü-heres ausschließliches Privilegium, vermögedessen in England außer ihr keine Bank mehrals 6 Theilnehmer haben durfte, theilweiseverzichtete und dasselbe auf einen Umkreis von65 englischen Meilen um London beschränkte,errichtet werden dürfen, auf 80.

Bei der geringen Aufmerksamkeit, welchedie Regierungen Englands und Nordamerikasdiesen Banken zugewendet haben, die so gutwie unter gar keiner Controls stehen, hatte dieSpeculation freie Hände und sie wurden zu-weilen die alleinige Veranlassung großer undallgemeiner Krisen und Verluste. In Englandgeriethen von 1814 bis 1SI6 allein 92 Land-banken und in den Jahren 1825 und 1826 wie-derum 58 Landbanken in förmlichen Concursund eine viel größere Menge stellte ihre Zah-lungen ein.

In Amerika ereignen sich ähnliche Vorfallenoch viel häufiger und in diesem Augenblicke(1840) haben von 850 Banken nicht wenigerals 422 ihre Zahlungen eingestellt und esherrscht fast allgemeine Creditlosigkeit in Nord-amerika.

In Frankreich hatte das, im Jahre 1720erfolgte höchst unglückliche Ende der, im Jahre1716 von dem bekannten Schotten John Lawgegründeten, Bank ein wahres Schrecken ge-gen Bankanstalten erzeugt, so daß erst 1776unter Turgots Ministerium ein neuer Versuchzu Begründung einer Bank gemacht wurde;doch gerieth sie bald in eine unheilvolle Ver-bindung mit der Regierung und ging bei demAusbruche der Revolution ein.

Unter dem Direktorium entstanden in Pa-ris zwar wieder einige kleinere Anstalten, abererst von dem Jahre 1800 an begann, mit derBegründnng der Bank von Frankreich, dieEntwickelung des Bankwesens in diesem Landeund es haben sich seit der Zeit zu Lyon, Rouen,Bordeaur, Nantes und Marseille Bankanstal-ten gebildet, so wie in neuerer Zeit zu Paris,zu Unterstützung der kleineren Industrie, dasComtoir Lafitte eröffnet worden ist.

Es ist natürlich, daß sich' das Bankwesenseit seiner ersten Entstehung mannigfach mo-dificirt hat und es hat sich eben so in den ver-schiedenen Ländern und nach den verschiedenenZwecken, die man mittelst desselben erreichenwollte, verschieden entwickelt; es hat bei vie-lem Uebel auch viel wesentlich Gutes gestiftetund es stellt sich, bei den gegenwärtigen Ver-

hältnissen des Verkehrs, immer mehr die un-abweisliche Nothwendigkeit heraus, in jedemLande, dessen Handel und Industrie sich be-reits bis auf einen gewissen Punkt entwickelthaben, ein förmliches Banksystem zu begrün-den , weil ein weiterer Aufschwung beider Ge-werbszweige wesentlich durch dasselbe befördertwerden kann, ja vielleicht bis zu einem gewis-sen Punkte allein bedingt wird.

Auch für Deutschland, namentlich für dieZollvereinsstaaten, scheint der Augenblick ge-kommen zu sein, welcher die Entfaltung einesumfassenderen Banksystems erheischt. Zwargiebt es schon einzelne großartige Bankanstaltenzu Hamburg und zu Wien seit längerer Zeit;und, daß sich auch in den Zollvereinsstaaten einsolches Bedürfniß nachgerade immer fühlbarermacht, davon giebt die Errichtung der bayri-schen Hypotheken- und Wechselbank und derleipziger Bank Zeugniß genug.

Indessen herrschen in Deutschland, in Be-zug auf die Errichtung von Bankanstalten undihre Folgen, so große Besorgnisse, ja zumTheil vielleicht Vorurtheile und sie sprechen sichin den mannigfachsten Beschränkungen, dieden neu errichteten Instituten auferlegt werden,so deutlich aus, daß sich mit ziemlicher Ge-wißheit voraussehen läßt, es möchten bei die-sen Beschränkungen und Bestimmungen mancheallgemeine Zwecke von höchster Wichtigkeit garnicht, andere vielleicht minder wichtige nur un-vollkommen zu erreichen sein.

Eine kurze Darstellung der deutschen Bank-anstalten wird dazu dienen, diese Behauptungnäher zu erweisen; doch macht sich, ehe dazuverschritten werden kann, eine kurze Uebersichtder Vortheile, welche von einem guten Bank-systeme möglicherweise bezogen werden können,nothwendig; weil sich erst dann, wenn diesefestgestellt und nachgewiesen sind, ein allge-meines Urtheil darüber, inwiefern die deut-schen Bankanstalten sich dazu eignen oder nicht,begründen läßt.

Die Bankanstalten, wie wir sie hier insAuge fassen^ sind entweder Girobanken oderZettelbanken. Zwar giebt es auch beson-dere Leihbanken, Wechselbanken, Hypotheken-banken u. s. w. Indessen diese interessiren unshier nicht, theils weil sie bloßen Sonderzwe-cken gewidmet sind, theils, weil diese Ge-schäftszweige auch mit einer der beiden obenbezeichneten Hanptarten der Bankanstalten nichtnur vereinigt werden können, sondern auch oftwirklich vereinigt worden sind.

Girobanken, Circulationsbanken, sind derNatur der Sache nach bloße Localanstalten fürgrößere Handelsplätze. Sie entstehen dadurch,

daß eine beliebige und niemals geschlossene An-zahl von Kaufleuten zu ihrer Bildung zusam-mentritt. Jeder legt eine beliebige SummeGeldes ein und erhält dafür auf den Büchernder Bank, in welche die Einlagen jedes Theil-nehmers verzeichnet werden, ein Folium, wor-auf ihm die eingelegte Summe creditirt wird.Zahlungen geschehen unter den Theilnehmernder Anstalt durch Ab- und Zuschreiben, in derArt, daß, was der eine dem andern schuldet,von dem Credit auf dem Folium des Schuld-ners ab - und auf dem Folium des Gläubigerszugeschrieben wird. Die Einlagen müssen, umder leichten Umschreibung willen und zu Ver-meidung jeder vorgängigen Cursberechnung,in Münzen von einerlei Sorte, die oft, wiez. B. in Amsterdam früher, blos nach demGewichte angenommen wurden, oder, wasnoch zweckmäßiger ist, in Barrenmetall von ei-ner bestimmten Feinheit bewerkstelliget werden.

Dadurch erlangt man folgende Vortheile:l) Der Platz erlangt in seinem Bankgelde ei-nen möglichst unveränderlichen Werthmesser,weil das G,eld in der Bank liegen bleibt undsich nicht, wie das umlaufende, abnutzt. Ge-gen diesen Werthmesser läßt sich der Curs al-ler anderen auf dem Platze umlaufenden Mün-zen leicht abmessen, die Waarenpreise bleibenstätiger und der Verkehr mit dem Auslandewird befördert und erleichtert, weil das Aus-land gern mit Plätzen von möglichst unverän-derlicher Valuta verkehrt. 2) Die wechselseiti-gen Zahlungen unter den Interessenten werdenerleichtert, weil große Summen in viel kür-zerer Zeit umgeschrieben, als aufgezählt wer-den. 3) Die Theilnehmer ersparen Mühe, Ko-sten und Gefahr. Mühe und Kosten dadurch,daß sie, weil sie die Zahlungen nicht paar zuleisten haben, an Personal ersparen, Gefahrdadurch, daß sie allen Irrthümern, die bei derBaarzahlung großer Summen in großen Ge-schäften nicht selten vorkommen, bei dem Um-schreiben nicht ausgesetzt sind, daß sie großeSummen nicht zu Hause aufzubewahren brau-chen und daher der Gefahr der Verluste, durchDiebstahl, Brandunglück, Nachlässigkeit desPersonals u. s. w. gar nicht ausgesetzt sind,daß das Geld, was sie in der Bank erhaltenund zahlen, weder im Umlaufe durch Abnu-tzung seinen Werth verliert, noch daß, wasbei umlaufendem Gelde wohl auch vorkommt,der Werth desselben durch heimliche Verringe-rung des Münzfußes vermindert werden kann.

Man hat mit dieser Art von Banken zu-weilen auch Leihgeschäfte auf edle Metalle undaufbaares Geld verbunden und ist zuweilen vonI den oben, in Bezug auf die Einlage, bemerk-