i2 Freundschaftliche
voll ihrem Ruhme zu verlieren: mehr oderminder, je nachdem sie von der Philosophieentfernet sind, die die Richtschnur ist, nachwelcher wir die Menschen messen müssen,wenn wir wissen wollen, in wie weit sie un-sere Hochachtung verdienen: weil sie zu-gleich die Richtschnur unserer Handlungenseyn soll.
Die Philosophie arbeitet mehr am inner-licher: als äußerlichen des Menschen: da-her kommt es, daß sie nicht so viel Lär«meus macht, und daß der Ruhm, derdaraus entspringt, desto länger unvermerktbleibet.
Der Helden-Ruhm in den Waffen undder Staats-Kunst hanget oft von einer ein-zigen That ab; die ganze Erde kennet ihn,und er glänzet in jedermanns Augen imersten Augenblicke, da er ausbucht: in derPhilosophie, wo er am größten ist, kan erbeständig verborgen bleiben: er hanget vonden Umständen ab, um zu scheinen was erist, und diese Umstände hangen nicht vonihr ab.
Es ist kein Wunder, wenn die Schwie-rigkeit zu demse-ben zu gelangen, die inson-derheit darum bestehet, daß man sich seinerLeidenschaften bemustere, und die Dunkel-heit, mit der er begleitet ist, die meistenMenschen darvon abhält. Nichts ist mit
diesem