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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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sr Freundschaftliche

die einige geschickte Männer in ein Werkzusammengetragen habe«!. Man muß die-se lernen, um sie zu kennen; sie sind nur inden Büchern geschrieben: und denRechts-qelehrten bekannt, die diejenigen, die der-selben nöthig haben, darinn unterweisensollen. Aber diese Gesetze sind wie ein allge-meines Gewissen, nachdem sich ein jeder zurichten verbunden ist.

Man mag noch so viel von dem Ursprün-ge und der Verschiedenheit der Herrschaf-ten schreiben, wir sind denselben unsere Un-terwerfung schuldig; unsere Ruhe und un-sere Vortheile hangen davon ab: und dieNation, die ihrer Obrigkeit am meistenunterworfen ist, ist insgemein die glück-lichste.

Es giebt bey allen menschlichen Verord-nungen gewisse Unbequemlichkeiten. Diegrößte von allen ist, wenn man sich derOberherrschaft entziehen will. Die Unter-werfung hat ungemein grössere Vortheileals die so genannte Freyheit, die nirgends ist,und die vielleicht vor das Volk gefährlicherwäre, als die Knechtschaft.

Wem die Geschichte der Völker nur einwenig bekannt sind, der wird die Noth-wendigkeit der Gesetzen kennen. Sie sinddie Ehre und Stützen der Reiche; diesel-ben sind niemahls, als mit den Gesetzen

gefallen.