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Freundschaftliche Lehren / aus dem Französischen übersetzt
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Lehren. z-

Man muß sich wider die Laster waffnen;sie allein verdienen unsern Zorn: wennwir sie nicht tilgen können, indem wir sieverhaßt machen; so werden wir sie aufswenigste schwächen. Hüten wir uns inson-derheit dieHaßlichkeit derselben, um der gros-ftn Anzahl derer zu gefallen, die sich den-selben ergeben, zu verstellen: wenn wir oftlasterhafte Leute sehen, so machen wir unsmit den Lastern gemein/ wie man sich andie häßlichsten Gesichter gewöhnen kau.Die Gewalt der Gewohnheit ist unbegreif-lich: man wird denen bald gleich, mit de-nen man Umgang hat. Die Herrschaftder Mode ist zu groß, ohne daß wir sienoch auf die Sitten Lehre erstrecken.

Unter Heinrich dem zten schämte mansich eines üppigen Lebens nicht. Ludwigder Xlte ist der Redlichkeit und Aufrichtig-keit, diesen Eigenschaften, bieder Nation,die er beherrschte, angebohren waren, nach-theilig gewesen: ohne Franeisens den erstenhätten wir gelernt uns zu verstellen.

Es ist nicht mehr als vierzig oder fünf-zig Jahr, daß die Trunkenheit wie die Un-wissenheit ein edles Ansehen hatten. Wer-fen wir nicht gewissen Nationen vor, daßsie in vielen Dingen sich eine Unordnung er-lauben, die andere nicht dulden können ?

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