4» Freundschaftliche
Es ist kein Alter, keine Zeit, keine Ge-bend, die das Laster erlaubet: es ist auchkeineböse Neigung, die man nicht überwin-den kan: Es hanget nicht von uns ab, die-selben nicht zu haben, aber denselben zufolgen.
Einem jeden stehet es frey, zwischen demGuten und Bösen zu wählen. Dieser Satzist der Grund der Gesellschaften, der Herr-schaften, und der Gesetze. Diese Freyheitist nicht eine Einsetzung -er Menschen ; wirverspühren den Genuß derselben alle Augen-blicke.
Die da sagen, sie haben Leidenschaftendenen sie nicht widerstehen können, suchennur ihr unordentliches Leben durch einenGrund zu unterstützen, dem alle ihre Hand-Hingen widersprechen.
Die Leidenschaften.
<AMn muß es sehen, und darauf acht ha-ben, um es zu glauben, daß dieMenschen am wenigsten ihre Leidenschaftenkennen. Sie sind damit angefüllt; sie sinddas Triebwerk aller ihrer Handlungen/ undße wissen es nickt.
Das Wort Leidenschaft wird nur vongewissen Leuten gebraucht; und noch ken-nen einige davon kaum den Namen, den sie
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