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Lehrem
Ein jeder will glücklich seyn, und zwarWider seinen Willen: aber dieser gezwun-gene Wille ist sehr blind: er hat einen Lei-ter vonnöthen, der ihn erleuchte, und ihmunter den unendlichen vielen Vorwürfen,die ihn umgeben, und ihm gefallen, dieje-nigen unterscheiden lehre, die sein Glückemachen können. Ein Blinder kan hungern,und alles wünschen, was ihn sättigen kan,aber er lauft Gefahr sich zu vergiften, wennman ihm nicht seine Speisen wählet.
Seitdem die Welt ist, redet man volldem Glücke, man erkläret, man schätzet es;und man siehet, daß insgemein die dieGlücklichsten sind, die am wenigsten darandenken; die Mühe hätten uns zu sagen,was das Glück seye, wenn man sie darumfragen würde; die dasselbe gemessen, ohnees zu kennen. Sie sind ferne von den Or-ten gebohren, wo das Verderben wohnet,lind üben die Künste aus, die sie von ihrenVatern erlernet haben, sie kennen keineNothdurft, als die die Natur fordert, sieverehren eine Göttliche Vorsehung, die da-vor gesorget: die Arbeit ist ihnen eine Ge-wohnheit, die die Quelle ihrer Freudeund ihrer Gesundheit ist. Hat Mail rechtgeredt? wenn er saget: o wie glücklich wa-ren die Landleute, wenn sie die Vortheileihres Lebens kennten! mit dieser unglückli-D chm