Lehren. s?
Der Reichthum und die Ehre machen hie-mit keinen grossen Mann aus, oft nichteinmahl einen mittelmäßigen. DiesemGrund-Satze sollte man folgen, wenn maneinen Stand annehmen will; wenn dieUmstände, die Unwissenheit, das Ansehender Eltern, und oft die Nothdurft des Le-bens uns erlauben würden zu wählen: dochsoll man aufs wenigste demselben folgen,um in dem Stande würdiglich zu stehen, zudem wir uns haben führen lassen.
Ich finde, man gebe denen nicht genugVortheile, die andern nützlich sind; manbeurtheilet sie eben so strenge, als die, dieam wenigsten nützen: und doch sollte mansie nur in diesem Puncte betrachten und an-sehen.
Was ist -er Gesellschaft daran gelegen,ob dieser seltene Mann, dieser geschickteKünstler, dieser Gelehrte diese Gemüths-Art, oder diesen Geschmack habe, wenn erihr nur dienet? Wenn er zum Glücke undRuhme der Ration etwas beyträgt, so ver-dienet er ihre Liebe, und sie ist ihm ihreHochachtung schuldig.
Der Eigennutz, der aller Orten herr-schet, erftecket die Liebe vor das gemeineBeste: man unterscheidet das Ehrliche nichtmehr von dem Nützlichen. Man gehet noch